Verkehr

ADAC: Ideen zu Stadtgestaltung dürfen Autos nicht ausbremsen

Ein Auto hält auf einer Stelle mit grünen Punkten auf der Bergmannstraße in Kreuzberg.

Ein Auto hält auf einer Stelle mit grünen Punkten auf der Bergmannstraße in Kreuzberg.

Foto: dpa

Berlin. Die zunehmenden Vorstöße zum Rückbau der autogerechten Stadt in Berlin dürfen nach Ansicht des ADAC nicht allein auf Kosten der Pkw-Fahrer gehen. "Der ADAC Berlin-Brandenburg begrüßt innovative Ideen zur Stadtgestaltung für eine nachhaltige Mobilität und ein faires Miteinander auf den Straßen", sagte Sprecherin Sandra Hass. "Entsprechende Maßnahmen dürfen den Autoverkehr aber nicht pauschal ausbremsen, denn ein Großteil der Berliner Autofahrer und Brandenburger Pendler ist nach wie vor auf ihr Auto angewiesen."

Seit geraumer Zeit gibt es immer mehr Vorschläge, um Autolärm und Abgase zu reduzieren. Dazu zählt die von allen Fraktionen im Abgeordnetenhaus unterstützte Idee, die A100 am Dreieck Funkturm abzudecken und auf den so gewonnenen Flächen ein neues Stadtquartier zu entwickeln. Andere Initiativen fordern den Abriss der Autobahnbrücke am Breitenbachplatz oder den Rückbau der A103 in Steglitz. Auch Begegnungszonen oder temporäre Spielstraßen sollen den Raum für Autos einschränken.

"Wir brauchen Konzepte, die die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer gleichermaßen berücksichtigen", sagte ADAC-Sprecherin Hass. "Hier gilt es, ein Gesamtkonzept an den tatsächlichen Bedürfnissen auszurichten und nicht vorrangig Einzelinteressen zu verfolgen oder rein lokalen Aktionismus zu betreiben." Erst wenn es gute Alternativen zum Auto gebe, könnten Straßen langfristig entlastet werden. "Im Fokus der Mobilitätswende sollte deshalb ganz klar der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs stehen."