Ausstellungen

Humboldt Forum will "neue Gemeinsamkeiten" ermöglichen

Berlin. Mit Wechselausstellungen will das Humboldt Forum nach den Worten seines Generalintendanten Hartmut Dorgerloh künftig "neue Gemeinsamkeiten möglich machen". Als Beispiel nannte Dorgerloh am Dienstag in Berlin die für Ende 2020 geplante Ausstellung der Sammlung von 60 Objekten des nordamerikanischen Umonhon-Volkes, die aktuell mit indigenen Vertretern für das Humboldt Forum konzipiert wird. Der zu dem Volk gehörende Ethnologe Francis La Flesche hatte die Sammlung zwischen 1894 und 1898 für das damalige Berliner Museum für Völkerkunde zusammengestellt, das heute als Ethnologisches Museum zu den Staatlichen Museen Berlins gehört.

"Es gibt Dinge in der Sammlung, die sonst nirgends mehr existieren", berichtete Pierre Merrick, Enkel von La Flesche. In Fragen einer möglichen Rückgabe seien die Menschen gespalten, viele wollten die Objekte zurück, berichtete Merrick.

Die klare Rechtslage - das Museum hat die Sammlung damals in Auftrag gegeben und erworben - wird nach den Worten von Museumsdirektor Lars-Christian Koch von vielen Gemeinschaften nicht so gesehen. "Das sind für uns Aushandlungsprozesse", sagte Koch. "Es geht um Kooperationen und darum, wie wir zusammenarbeiten." So gebe es Überlegungen, dass Ausstellungen wechseln, Objekte ausgetauscht werden könnten. "Ich möchte das als sehr offenes Verfahren sehen", sagte Koch. Die Sammlung sei dabei ein Ausgangspunkt für Kooperation.

Das Humboldt Forum im neuen Berliner Schloss soll von Ende 2019 an als Museums- und Kulturzentrum schrittweise öffnen. Hauptnutzer wird die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit seinen Museen, auch das Land Berlin und die Humboldt Universität bekommen Flächen.