Berlin-Mitte

Nach langem Ausfall: Aufzüge in WBM-Wohnblock fahren wieder

Fast zwei Wochen lang mussten sich hunderte Mieter die zehn Stockwerke ihres Wohnblocks hochquälen. Jetzt läuft der Betrieb wieder.

Die Mieter Dennis Fischer, Michael Ludwig, Rita Dietz und Martina Fischer (v.l.) klagen über die kaputten Aufzüge in ihrem Haus.

Die Mieter Dennis Fischer, Michael Ludwig, Rita Dietz und Martina Fischer (v.l.) klagen über die kaputten Aufzüge in ihrem Haus.

Foto: Christian Latz / BM

Berlin. Fast zwei Wochen lang kamen die Mieter im großen Wohnblock der Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) an der Köpenicker Straße nur schnaubend zu ihren Wohnungen. Seit dem 23. Mai waren alle Aufzüge des Blocks gesperrt. Die 360 Mieter des Komplexes mussten sich in dieser Zeit die Treppen bis in den zehnten Stock hochquälen. Damit ist es nun vorbei. Am Dienstagnachmittag teilte die WBM mit, dass die Sperrung der Aufzüge nach Behebung einer technischen Störung aufgehoben worden seien.

Noch seien zwar die Fahrstühle in zwei Aufgängen außer Betrieb, ab Donnerstag sollten jedoch wieder alle Aufzüge im Einsatz sein, sagte ein Sprecher der WBM.

Die Mieter sind erleichtert

Besonders freut sich darüber Anja S. Für die Mutter eines behinderten Jungen waren die vergangenen Tage zu einer besonderen Herausforderung geworden. Sie konnte mit ihrem Kind die Wohnung in der achten Etage ohne Hilfe nicht mehr verlassen. Ein von der WBM eingerichteter Krankentranpsort musste mit zwei Tagen Vorlauf angemeldet werden. „Jetzt funktioniert der Aufzug wieder. Das ist eine große Erleichterung“, sagte die Mieterin.

Weil der Aufzug im Wohnhaus einige Zeit kaputt war, saß die 46 Jahre alte Rollstuhlfahrerin Daniela Otto in ihrer Wohnung im sechsten Stock fest. Als am Donnerstag, den 23. Mai, ihre Betreuerin zu ihr kam, erzählte diese vom defekten Lift. Doch erst als sie sich am folgenden Wochenende an den Fahrstuhlnotdienst wandte, erhielt sie die Auskunft vom schweren Schaden, der alle Aufzüge betrifft.

Von der WBM war sie bis dahin nicht über den Schaden informiert worden. Um ihren für den folgenden Montag geplanten Arzttermin neu zu organisieren, war es da bereits zu spät. Als der Fahrstuhl am Montag immer noch defekt war und sie mit der Bitte um einen Krankentransport bei der WBM anrief, habe sie nur die Antwort erhalten: Zu kurzfristig, sie hätte sich zwei Tage früher melden müssen. Ottos Arzttermin platzte. Kurzfristiges Planen sei unmöglich, ärgert sie sich. „Spontan geht gar nichts mehr.“

Techniker hat Notrufkabel durchtrennt

Die WBM bestätigte auf Anfrage die Probleme. Betroffen vom Ausfall sei der komplette Komplex der Köpenicker Straße 104 bis 114, sagte Sprecher Christoph Lang. „Die Aufzüge sind alt und müssen ersetzt werden.“ Doch bei den Arbeiten sei ein Fehler passiert. „Ein Techniker hat aus Versehen das Telefonkabel gekappt, an dem der Notruf hängt“, sagte Lang. Ohne die Notruf-Leitung dürften die Fahrstühle aber nicht betrieben werden. Zwar sei das Kabel drei Tage später wieder hergestellt worden. „Aber seitdem prüft die Telekom die Leitung“, so der WBM-Sprecher. Es gebe einen Fehler, den die Techniker bisher nicht gefunden hätten. Aus Sicherheitsgründen blieben die Aufzüge daher gesperrt.

Lang spricht von einer „Verkettung unglücklicher Umstände“. Bis zur Behebung des Problems werde jedem geholfen, der sich nicht selbst helfen könne, so Lang. Die WBM habe dafür über ihre Mieterberatung einen Tragedienst für Einkäufe eingerichtet. Müssten Personen getragen werden, übernehme das ein Krankentransport auf ihre Kosten.