Sterberisiko

Berliner Kliniken haben zu wenig Routine bei schweren OPs

Einer Studie zufolge haben Patienten in den betroffenen Krankenhäusern ein signifikant höheres Risiko, an den Folgen der OP zu sterben.

Ein Arzt operiert einen Patienten am Knie. (Archivbild)

Ein Arzt operiert einen Patienten am Knie. (Archivbild)

Foto: Sven Hoppe / dpa

Diverse Berliner Kliniken haben zu wenig Routine bei schweren Operationen, führen diese aber trotzdem durch. Das berichtet der „RBB“. Demnach führten fünf Berliner und 13 Brandenburger Kliniken 2017 schwere Operationen in geringerer Fallzahl durch, als die sogenannte Mindestmengen-Regelung gesetzlich vorschreibt, wie der „RBB“ in den jüngsten verfügbaren Qualitätsberichten von 140 Krankenhäusern analysierte.

Dass Kliniken Mindestanzahlen schwerer Operationen erreichen müssen, soll bei OP-Teams und Intensivstationen ausreichende Routine sicherstellen.

„In Berlin und Brandenburg betraf die Vorgabe im Jahr 2017 laut rbb-Datenanalyse rund 10.600 durchgeführte Operationen“, schreibt der „RBB“. „Rund 220 dieser Eingriffe wurden in Krankenhäusern durchgeführt, die die Mindestmengen-Vorgaben nicht erreichten.“

Signifikant höhere Risiken

Einer Langzeit-Studie zufolge hätten Patienten in den betroffenen Krankenhäusern ein signifikant höheres Risiko, an den Folgen der Operation zu sterben, wenn sie dort einen schweren Eingriff an Bauchspeicheldrüse oder Speiseröhre vornehmen lassen. Auch bei OPs an der Niere oder dem Einsatz eines künstlichen Knies sei ein erhöhtes Sterberisiko in Kliniken erkennbar, die die Vorgaben nicht einhalten. Zudem komme es signifikant häufiger zu Komplikationen.