Überfall

Antifa verwüstet Wohnung von Berliner Ex-NPD-Chef

In die Wohnung in Johannisthal wurde am Mittwoch eingebrochen, die Möbel zerstört. Jetzt ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht.

Linksradikale habe die Wohnung des ehemaligen Berliner NPD-Chefs Sebastian S. in Johannisthal verwüstet.

Linksradikale habe die Wohnung des ehemaligen Berliner NPD-Chefs Sebastian S. in Johannisthal verwüstet.

Foto: Foto: BM

Berlin. Linksradikale haben die Wohnung von Berlins ehemaligem NPD-Chef Sebastian S. verwüstet. Bereits am vergangenen Mittwoch waren die bislang unbekannten Täter in dessen Wohnung im Ortsteil Johannisthal in Treptow-Köpenick eingebrochen. Auf der Internet-Plattform Indymedia ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht, S. bestätigte der Berliner Morgenpost den Überfall. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen des Einbruchs.

Laut Polizei hatte ein Zeuge am vergangenen Mittwoch um 14.30 Uhr die Beamten alarmiert, weil die Tür zur Wohnung des Ex-NPD-Chefs offen stand. S. war zu dieser Zeit arbeiten. Mit Feuerlöschern hatten die Angreifer die Wohnungstür eingeschlagen. Die Wohnung wurde komplett zerlegt.

Antifa verwüstet Wohnung von Ex-NPD-Chef: „Richtig leben kann ich hier nicht mehr“

Die Wände beschmierten die Täter mit braunem Bitumen, technische Geräte wurden geklaut oder zerstört, Toilette und Waschbecken zerschlagen. „Richtig leben kann ich hier nicht mehr“, sagte S. der Berliner Morgenpost. Der 34-Jährige war von 2012 bis 2016 Landeschef der Berliner NPD. Er ist mehrfach vorbestraft wegen Volksverhetzung.

In dem Bekennerschreiben auf Indymedia wird von einem „antifaschistischen Besuch“ in seiner Wohnung gesprochen. Man habe auch diskutiert, heißt es, S. eine „Abreibung“ zu verpassen, sich aber entschieden, seinen „Schutzraum“ zu zerstören. Die mutmaßlichen Täter schreiben außerdem, eine Armbrust und Äxte in der Wohnung gefunden und zerstört zu haben. S. bestätigt, dass er die Waffen in seiner Wohnung gehabt habe. Er betreibe einen Online-Handel mit Outdoor- und Survival-Artikeln, viele der Artikel lagere er in seiner Wohnung. Das Meiste sei zerstört.

Angriff auf Ex-NPD-Chef soll Warnung gewesen sein

Im Bekennerschreibens steht außerdem, der Überfall auf die Wohnung von S. sei eine Warnung gewesen: „An die AfD, an die sogenannten Wutbürgis und das ganze nationalistische Pack, es kann jeden und jede von euch treffen.“

Unterdessen kann über die genauen Hintergründe der Tat nur spekuliert werden. In linken Kreisen wird S. allerdings mit einer Reihe von Attacken auf Linke in Neukölln in Verbindung gebracht. Er selbst bestreitet das.

Es ist bereits der zweite Angriff auf einen Wohnort von S. Schon im Jahr 2005 wurde die Tür zu seiner damaligen Wohnung in Prenzlauer Berg eingetreten. Die Täter brachen den Angriff aber ab, als sie merkten, dass S. zu Hause war.