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Das sind die Berliner Reaktionen auf den Nahles-Rücktritt

SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles tritt von ihren Spitzenämtern zurück. So reagiert die Berliner SPD.

Andrea Nahles will ihre Ämter in der SPD aufgeben.

Andrea Nahles will ihre Ämter in der SPD aufgeben.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Berlin. SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles tritt von ihren Spitzenämtern zurück. "Die Diskussion in der Fraktion und die vielen Rückmeldungen aus der Partei haben mir gezeigt, dass der zur Ausübung meiner Ämter notwendige Rückhalt nicht mehr da ist", schrieb Nahles am Sonntag an alle SPD-Mitglieder.

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An dieser Stelle sammeln wir Berliner und Brandenburger Reaktionen auf den Nahles-Rücktritt:

Michael Müller, Regierender Bürgermeister, SPD, forderte seine Partei nach Andrea Nahles' Rücktritt zur Entwicklung eines neuen Grundsatzprogramms auf. "Wir brauchen angesichts der schwierigen Situation der Partei "neben den notwendigen Personalentscheidungen auch einen breiten inhaltlichen Diskussionsprozess", betonte Müller am Sonntag. Ein neues Grundsatzprogramm sei daher jetzt der richtige Schritt. "Die Mitglieder müssen an der Entwicklung der zukünftigen Themen teilhaben."

Iris Spranger, stellvertretende Vorsitzende der Berliner SPD, kommentierte: „Ich finde den Schritt von Andrea Nahles richtig, sie hat damit die richtigen Konsequenzen gezogen. Man kann nach so viel Kritik nicht einfach weitermachen. Es ist auch vernünftig, von beiden Positionen zurückzutreten, damit kann sich die Partei nun neu aufstellen. Wir werden in aller Ruhe überlegen, wen wir als Parteivorsitzenden wählen wollen. Wir werden das in allen Landesverbänden diskutieren.“

Julian Zado, stellvertretender SPD-Landesvorsitzender: „Andrea Nahles hat immer alles gegeben für die SPD. Sie hat die Verantwortung für Fehler übernommen, die auch andere gemacht haben. Ich respektiere sie dafür sehr und danke ihr für ihren Einsatz als Parteivorsitzende. Eine Partei, die für Solidarität eintritt, sollte auch miteinander solidarisch umgehen. Ich werde mich deshalb nicht öffentlich an Personaldebatten beteiligen. Wir sollten uns jetzt voll darauf konzentrieren, was wir anders machen wollen. Ich meine: Wir sollten dafür kämpfen, wofür die SPD gegründet wurde, nämlich soziale Gerechtigkeit in allen Themen von der Klimapolitik bis zur Digitalisierung.“

Sawsan Chebli, Staatssekretärin: "Wir als SPD haben jetzt die Chance entweder alles richtig oder alles falsch zu machen. Mehr Chancen gibt es nicht. Wir beginnen am besten damit, endlich aufzuhören, hässlich, bösartig und hinterlistig miteinander umzugehen. Es reicht."

Sven Kohlmeier, SPD-Fraktion Berlin, via Twitter: "Es ist selten in der Politik, dass jemand freiwillig geht! Lasst uns die Chance für einen echten Aufbruch mit neuen Köpfen, guter Politik und mal ein cooles Video nutzen! Let's keep rocking alte Tante @spdde."

Dietmar Woidke, Ministerpräsident von Brandenburg (SPD): "Andrea Nahles zieht die notwendigen persönlichen Schritte aus der vertrackten heutigen Situation der SPD. Sie will den Weg ehrlich freimachen." Mit Nahles sei es gelungen, in der großen Koalition starke und für die Gesellschaft wichtige Themen zu setzen, sagte Woidke und nannte Grundrente, das sogenannte Gute-Kita-Gesetz sowie Arbeit für Langzeitarbeitslose als Beispiele.