Preußenpark

Kontrollen im Preußenpark soll es nun regelmäßig geben

Ordnungsamt und Polizei verhinderten am Sonnabend unangekündigt den Aufbau des Thai-Food-Marktes. Kontrollen soll es nun öfter geben.

Ordnungsamt und Polizei haben am Sonnabend unangekündigt den Aufbau des Thai-Food-Marktes im Wilmersdorfer Preußenpark verhindert.

Ordnungsamt und Polizei haben am Sonnabend unangekündigt den Aufbau des Thai-Food-Marktes im Wilmersdorfer Preußenpark verhindert.

Foto: Matthias Vogel

Berlin. Kontrollen im Preußenpark wie am vergangenen Sonnabend wird es regelmäßig geben. „Ein bis zwei Mal im Monat“, sagte Arne Herz (CDU), Stadtrat für Ordnungsangelegenheiten im Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf auf Anfrage der Berliner Morgenpost.

Am Sonnabend hatten Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei im Park dafür gesorgt, dass die Bestimmungen für Grünanlagen eingehalten werden. Sie verhinderten bei diesem Einsatz auch, dass die Verkaufsstände des Thaifood-Marktes in der Grünanlage aufgebaut wurden. Das Amt sei von 8.30 bis 17 Uhr präsent gewesen, so Stadtrat Herz. „Wir hatten einen Informationsstand des Ordnungsamtes. Meine Mitarbeiter haben viele Fragen beantwortet.“ Es sei die Aufgabe des Ordnungsamtes, im Park präsent zu sein. „So wie wir das im Lietzenseepark machen und auch in allen anderen Grünanlagen.“

In der Vergangenheit hatten sich Anwohner immer wieder über Lärm, Müll und Gerüche vom Thaifood-Markt beschwert. Die Grünfläche wird bei schönem Wetter übermäßig stark genutzt. Asiatisches Essen wird zubereitet und verkauft. Das Bezirksamt sucht nach einer Lösung für den Konflikt. „Uns geht es darum, die Interessen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern unter einen Hut zu bekommen“, so Stadtrat Herz.

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Thai-Food-Markt soll auf angrenzenden Platz verlegt werden

Das soll durch die Umgestaltung des Preußenparks gelingen. Studenten des Masterstudienganges Landschaftsarchitektur der TU Berlin haben Entwürfe dafür erarbeitet. In diesen Entwürfen ist der Thaimarkt integriert. Ein Vorschlag sieht vor, ein Logistikgebäude zu errichten und einen etwa 1000 Quadratmeter großen Platz anzulegen, auf dem ein Streetfood-Markt stattfinden kann. Dieser Platz grenze direkt an die Wiese, sagt Stadtrat Herz, „auf der man sein Essen konsumieren kann, egal ob man es selbst mitbringt, um die Ecke erworben oder auf dem Platz neben der Wiese gekauft hat.“

Im Herbst soll ein Plan vorgestellt werden, der eine Neuordnung des Thaimarktes vorsieht. An diesem Vorhaben habe sich nichts geändert, sagte Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) am Montag. Der Markt solle dann klare räumliche Grenzen bekommen und höchstens 60 Verkaufsstände haben. Vorher bleibe aber alles so, wie es derzeit ist.

Thaiwiese im Preußenpark: "Ich habe die Wiese in den vergangenen zehn Jahren noch nie so leer gesehen“

Drei Polizisten des Abschnitts 26 und zehn Beamte des Ordnungsamtes waren am Sonnabendmorgen überraschend und jeweils mit einem Bus demonstrativ in den Preußenpark zwischen Brandenburgischer und Pommerscher Straße gefahren und angefangen, Parkordnung und Grünanlagenverordnung durchzusetzen. Fahrradfahrer wurden angehalten, Personalien festgestellt, das Grillen außerhalb der dafür vorgesehenen Zonen und der Verkauf von Waren untersagt.

„Mit dem Effekt, dass heute auch kein Thai-Food verkauft wird. Ich habe die Wiese in den vergangenen zehn Jahren noch nie so leer gesehen“, sagte Sebastian Hauthal, Außendienstleiter des Ordnungsamtes. Eher eine nüchterne Feststellung denn Genugtuung. Denn das Erfolgserlebnis kostete viel Geduld und Überzeugungsarbeit.

Übereinstimmenden Berichten in sozialen Medien zufolge waren die Stände am Sonntag aber wieder aufgebaut, Besucher genossen bei heißem Wetter Getränke und Speisen.

Immer wieder Beschwerden durch Anwohner über Thai-Food-Markt

Einige Vertreter der thailändischen Community redeten am Sonnabend intensiv auf die Beamten ein. Berliner, die sich bei prächtigem Wetter auf einen entspannten Wochenendtag gefreut hatten, zogen meckernd und hungernd wieder ab. Touristen stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Hatte heute welche da, die extra aus Bremen und Köln für den Markt angereist kamen“, so Hauthal. Er habe Verständnis für deren Ärger, allerdings auch für den der Anwohner. Wir machen hier nur unserer Arbeit. Und es kamen einfach wieder einige Beschwerden wegen Lärms und des Grillens.“

Eine eigenartige Atmosphäre herrschte am Nachmittag im Preußenpark. Nicht wenige Besucher schienen zu hoffen, dass die Ordnungshüter noch abrücken würden, und harrten mit Blick auf die beiden Einsatzfahrzeuge aus. Doch der Einsatz dauerte den ganzen Tag lang. Ein Händler des Thai-Marktes, der bei der jüngsten Bauausschusssitzung Zeuge der Planungen zur Umstrukturierung des Preußenparks wurde und namentlich nicht genannt werden möchte, war sehr erstaunt über die Aktion des Ordnungsamtes. „Dass etwas geschehen muss, sehe ich ja auch so. Aber ich hatte das Gremium so verstanden, dass es den Thai-Food-Markt als internationale Attraktion nicht zerstören möchte. Wenn so etwas wie heute noch zwei- oder dreimal passiert, noch dazu unangekündigt, dann kommen die Leute nicht mehr.“

Hintergrund: Der Thaimarkt im Preußenpark soll kleiner werden

Ordnungsamt will im Preußenpark mehr Präsenz zeigen

Vor Sebastian Hauthal standen ebenfalls zwei Bürger, die sich bei ihren Beschwerden unabhängig voneinander auf jene Sitzung bezogen. „Sie sagten, sie hätten das so verstanden, dass bis zur räumlichen und konzeptionellen Umstrukturierung des Parks der alte zumindest nicht unterbunden würde“, so der Außendienstleiter. „Wenn dem so wäre, würde mich das allerdings wundern. Wir wissen von unserem Ordnungsamtleiter Arne Herz, dass er Zustände wie im vergangenen Jahr nicht mehr dulden wolle.“

Arne Herz, der am Sonnabend sich persönlich ein Bild von der Lage gemacht hatte, sagte auf Nachfrage: „Das war ja keine Kontrolle. Wir wollen stärker präsent sein im Park, das habe ich aber mehrfach öffentlich gesagt. Und wenn wir da sind, nehmen meine Mitarbeiter natürlich auch ihre Aufgaben war.“ Weil der Park zur Sommerzeit besonders im vergangenen Jahr völlig übernutzt war und sich mehr oder weniger zu einem rechtsfreien Raum entwickelt hatte – Arne Herz sprach immer wieder von Delikten, für die das Ordnungsamt nicht ausreiche – wird im Bezirk seit eineinhalb Jahren an einer Lösung gebastelt.

Ordnungsamt will Thaiwiese nicht zerstören

„Angesichts der Dauer dieser Diskussion kann niemand überrascht sein, dass es nicht weitergeht wie bisher. Heute waren die einen enttäuscht, dass es nicht so war wie bisher, an anderen Tagen sind es andere“, sagte er. Es gehe einfach darum, dort alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Herz beteuerte, nichts zerstören, sondern alles nur wieder in geordnete Bahnen lenken zu wollen. Von einer Ankündigung von Präsenzzeiten hält der Ordnungsamt-Chef nichts: „Dann verpufft das doch wirkungslos.“