Junge Alternative

Nachwuchs der Berliner AfD gerät in Führungskrise

Der Schatzmeister und drei Beisitzer des Landesvorstandes treten nach einem Streit von Ämtern zurück.

David Eckert, Landesvorsitzender der Jungen Alternative in Berlin.

David Eckert, Landesvorsitzender der Jungen Alternative in Berlin.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Die Nachwuchsorganisation der Berliner AfD, Junge Alternative (JA), ist in eine Führungskrise geraten. Der Schatzmeister sowie drei Beisitzer des Landesvorstandes erklärten in einem bereits am Mittwoch versandten Schreiben ihren Rücktritt. Das bis dahin zehnköpfige Gremium gerät damit in eine Legitimationskrise.

Die scheidenden Beisitzer Lennart Schneider, Vadim Derksen, Ferdinand Vogel, sowie Schatzmeister Yannic Wendt, begründeten ihren Rückzug in dem Schreiben, das der Berliner Morgenpost vorliegt, mit einem „unüberbrückbaren Misstrauen“ zwischen den Vorstandsmitgliedern.

Vorsitzender hat Position nicht abgestimmt

Die Kritik richtet sich gegen den Landesvorsitzenden der JA, David Eckert. Er habe wiederholt ohne vorherige Rücksprache gehandelt. Jüngstes Beispiel sei ein unabgestimmtes Schreiben, das Eckert im Namen der Jungen Alternative nach dem enttäuschenden AfD-Ergebnis bei der Europawahl verschickt hatte.

Eckert forderte darin, die AfD müsse sich - wenn auch nur aus taktischen Gründen - dazu bekennen, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht sei. Diese Positionierung, die auch als Pressemitteilung rausgeschickt wurde, sei innerhalb der JA nicht abgestimmt gewesen. „Die Vertrauensbasis unsererseits ist dauerhaft beschädigt“, schreiben die zurückgetretenen Vorstandsmitglieder. Das Gremium sei somit handlungsunfähig und müsse neu gewählt werden.

Berliner Junge Alternative gilt als radikaler als die AfD

Die Berliner JA gilt als deutlich radikaler als die AfD selbst. Sie fiel immer wieder durch Verbindungen zur rechtsextremen „Identitären Bewegung“ auf. Der nun kritisierte Berliner JA-Chef David Eckert gilt als Anhänger des Thüringer AfD-Chefs Björn Höcke, der den rechts-nationalistischen „Flügel“ der AfD anführt.