Nahverkehr

Personalnot in S-Bahn-Zentrale: Deutsche Bahn will aushelfen

In der Betriebszentrale der S-Bahn in Halensee gibt es akute Engpässe. Freiwillige aus der Verwaltung sollen jetzt aushelfen.

Mitarbeiter in der Betriebszentrale in Halensee. Von hier aus wird der S-Bahnverkehr in Berlin gesteuert.

Mitarbeiter in der Betriebszentrale in Halensee. Von hier aus wird der S-Bahnverkehr in Berlin gesteuert.

Foto: Massimo Rodari

Berlin. Die Deutsche Bahn will die in Halensee beheimatete Betriebszentrale der Berliner S-Bahn personell spürbar verstärken. „Dier Personalsituation in Halensee ist aktuell sehr angespannt. Aber wir tun alles, um die Lage zu verbessern“, sagte Helge Schreinert, Regionalbereichsleiter der Konzerntochter DB Netze, der Berliner Morgenpost.

So seien Verwaltungsmitarbeiter, die bereits als Fahrdienstleiter gearbeitet hätte, darum gebeten worden, kurzfristig auszuhelfen. 22 Kollegen hätten sich daraufhin gemeldet, einer von ihnen arbeitet bereits in Halensee, drei weitere sollen in Kürze folgen.

Auszubildende im August einsetzbar

Neun Mitarbeiter befänden sich aktuell in einem Ausbildungslehrgang. „Die ersten werden voraussichtlich im August in Halensee ihre Arbeit aufnehmen“, sagte Schreinert. In einem Brandbrief hatte der Betriebsrat vor Kurzem die Personallage in der Schaltzentrale bemängelt, von der aus ein Großteil der Zugfahrten im Berliner S-Bahnnetz gesteuert wird.

Fahrdienstleiter müssten vermehrt zwei Arbeitsplätze gleichzeitig übernehmen, gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeiten würden nicht eingehalten, beklagten die Personalvertreter in dem internen Schreiben, das der Berliner Morgenpost vorliegt.

„Inzwischen ist die Situation so weit zugespitzt, dass eine Betriebseinstellung nicht mehr auszuschließen ist!“, hieß es dort. Auswirkungen auf den S-Bahnbetrieb sollen die Personalengpässe derzeit aber nicht haben, hieß es.

Fachkräftemangel bundesweit

Nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland sucht die Deutsche Bahn derzeit händeringend nach neuen Mitarbeitern speziell für die wichtigen Betriebsleitzentralen. Laut Schreinert gebe es aber zumindest in Berlin noch immer ausreichend Bewerber für diesen meist recht eintönigen, im Störfall aber wiederum nervenaufreibenden Job eines Fahrdienstleiters.

Insgesamt 44 neue Mitarbeiter befänden sich in der Ausbildung. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir ab November, Dezember die Situation in Halensee stabilisiert haben“, sagte Bahnmanager Schreinert.