Brückensanierung

Oberbaumbrücke wird ab Montag zur Staufalle

Auf der Oberbaumbrücke wird ab Montag die Fahrbahn saniert. Für Autos bleibt eine Spur je Richtung befahrbar.

Eine U-Bahn fährt über die Oberbaumbrücke. Für die Straßenbahn sind zwar Schienen verlegt, diese werden aber nicht genutzt – und trugen zu den Fahrbahnschäden bei.

Eine U-Bahn fährt über die Oberbaumbrücke. Für die Straßenbahn sind zwar Schienen verlegt, diese werden aber nicht genutzt – und trugen zu den Fahrbahnschäden bei.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin.  Auf der Oberbaumbrücke in Friedrichshain-Kreuzberg müssen Autofahrer vom heutigen Montag, 7 Uhr, an mit Staus rechnen. Sanierungsarbeiten werden vorbereitet, die voraussichtlich bis Anfang November dauern. Deshalb seien erhebliche Verkehrseinschränkungen unvermeidlich, teilte die Senatsverkehrsverwaltung mit. Sie lässt Schäden am Straßenbelag, die durch die starke Verkehrsbelastung der vergangenen Jahre entstanden sind, beseitigen.

Vorgesehen ist, dass die Fahrbahndecke und die Brückenabdichtung auf einer Fläche von etwa 2500 Quadratmetern erneuert werden. Entfernt werden die Straßenbahnschienen in einer Länge von etwa 650 Metern. Sie wurden in den 90er-Jahren verlegt, aber nie benutzt.

Jeder Bauabschnitt dauert rund zehn Wochen

Das Sanierungs-Vorhaben wird vom Land Berlin finanziert. Die Kosten liegen bei etwa 700.000 Euro. Die Arbeiten sind in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Jeder nimmt rund zehn Wochen in Anspruch. Der erste Abschnitt betrifft die westlich gelegene Fahrbahn, der zweite die östliche Seite. In Fahrtrichtung Kreuzberg bleibt während der Bauzeit eine Spur für Kraftfahrzeuge, auf der auch Radfahrer unterwegs sind. Die Straßenbahnschienen, die noch nicht entfernt sind, werden aus Sicherheitsgründen verfüllt. In Fahrtrichtung Friedrichshain steht ebenfalls eine Spur für Kraftfahrzeuge zur Verfügung. Radfahrer können einen Bereich unter den Arkaden der Brücke nutzen, parallel zum Gehweg.

Die Oberbaumbrücke ist eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Friedrichshain und Kreuzberg. Während der Bauzeit ist eine Umleitungsstrecke eingerichtet. Sie beginnt an Skalitzer Straße und Schlesischer Straße in Kreuzberg, führt auf der Köpenicker Straße bis zur Schillingbrücke und dort über die Spree zur Holzmarktstraße und zum Stralauer Platz in Friedrichshain.

Kriegsschäden wurden erst nach dem Mauerfall beseitigt

Die letzte große Instandsetzung der Oberbaumbrücke ist etwa 25 Jahre her. Die Brücke lag während der deutschen Teilung im Grenzgebiet. Erst nach dem Fall der Mauer konnten Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg beseitigt werden. Anfang der 90er-Jahre begann die Restaurierung, mit der das Bauwerk seine historische Gestalt wiederbekam. Die Straße wurde mit Stahl- und Spannbeton ertüchtigt. Ab Herbst 1994 rollten wieder Fahrzeuge über die Oberbaumbrücke von Friedrichshain nach Kreuzberg.

Im Zuge der Instandsetzung waren auch Gleise für die Straßenbahn verlegt worden, in der Annahme, dass es eine Verlängerung von Friedrichshain nach Kreuzberg geben würde. Dies hatte der schwarz-rote Senat unter Führung von Eberhard Diepgen (CDU) 1992 beschlossen. Die Tram sollte wieder im Westteil der Stadt fahren. Deshalb wurden sowohl auf der Oberbaumbrücke als auch auf der Leipziger Straße in Mitte Gleise verlegt. Doch beide Vorhaben sind immer noch nicht realisiert. Die nachfolgenden Landesregierungen setzten andere Prioritäten in der Verkehrspolitik.

Rot-Rot-Grün diskutiert wieder über Straßenbahnverbindung

Die ungenutzten Gleise auf der Oberbaumbrücke trugen dazu bei, dass im Laufe der Jahre witterungsbedingte Schäden entstanden. Wasser lief unter den Fahrbahnbelag, der im in Folge von Frost und Tauwetter aufbrach. Für den rot-rot-grünen Senat ist die Straßenbahnverbindung zwischen Friedrichshain und Kreuzberg wieder ein Thema. Pläne sehen vor, dass die Linie vom U- und S-Bahnhof Warschauer Straße über den Görlitzer Park bis zum U-Bahnhof Herrmannplatz in Neukölln verlängert wird. Noch steht nicht fest, ob sie über Oberbaumbrücke, Schillingbrücke oder Elsenbrücke führen wird.