Bahn-Konkurrent

Flixtrain fährt jetzt auch zwischen Berlin und Köln

Bahn-Konkurrent Flixtrain nimmt eine dritte Zugverbindung in Deutschland auf. Es soll auch mehr Plätze im Zug nach Stuttgart geben.

Erster "Flixtrain" am Kölner Hauptbahnhof eingetroffen

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Berlin. Die erste Abfahrt verlief schon mal ganz nach Plan: Pünktlich um 8.11 Uhr verließ am Donnerstag ein Flixtrain den Bahnhof Südkreuz in Richtung Rheinland. Der Ableger des privaten Fernbus-Anbieters Flix Mobility hat damit erfolgreich seine dritte Bahnverbindung in Deutschland in Betrieb genommen.

Der nach dem Vorbild der bekannten Flixbusse hellgrün lackierte Zug des kleinen Konkurrenten der Deutschen Bahn hält an folgenden Orten:

  • Berlin-Südkreuz
  • Berlin-Hauptbahnhof
  • Berlin-Spandau
  • Wolfsburg
  • Hannover
  • Bielefeld
  • Dortmund
  • Essen
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Köln

Zurück geht es um 16.01 Uhr ab dem Kölner Hauptbahnhof, planmäßige Ankunft in Berlin-Südkreuz ist dann um 21.53 Uhr. Gefahren wird die Verbindung zunächst täglich außer dienstags (ab Köln) sowie mittwochs (ab Berlin). Vom 6. Juni an soll zudem ein zweiter Zug auf der Strecke eingesetzt werden. „So entsteht das erste private Fernzugnetz der Bundesrepublik“, verkündete das Unternehmen am Donnerstag stolz.

Flixtrain langsamer als der ICE, aber günstiger

Unter denen, die den Premierenzug in Berlin verabschiedeten, war auch der Grünen-Abgeordnete Harald Moritz. „Klimafreundlich und mit 100 Prozent Ökostrom unterwegs. Eine gute Alternative zum Flugzeug“, kommentierte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion das ehrgeizige Projekt.

Mit knapp sechs Stunden Fahrzeit ist der Flixtrain zwar gut eine Stunde langsamer als die ICE der Deutschen Bahn unterwegs, dafür aber im Preis deutlich günstiger. Tickets werden aktuell bereits ab 9,99 Euro verkauft. An nachfragestarken Tagen wie Freitag oder Sonntag kostet eine einfache Fahrt aber schon 69,99 Euro. Die Bahn verlangt in ihrer zweiten Klasse regulär 131,50 Euro für die einfache Strecke, es gibt aber auch Sparpreise sowie Vergünstigungen für Stammkunden mit Bahncard.

In Deutschland ist Flixtrain im Fernverkehr aktuell der einzige Konkurrent der Deutschen Bahn. Andere Anbieter wie die französische Transdev-Gruppe (InterConnex) waren an den schwierigen Rahmenbedingungen gescheitert. Auch der Flixtrain ist dem Vernehmen nach bislang noch ein Zuschussgeschäft. Zwei Strecken sind bereits seit gut einem Jahr im Regelbetrieb: Berlin–Stuttgart (ehemals Locomore) und Köln–Hamburg (früher HKX). Zudem gibt es noch einen Nachtzug Hamburg–Lörrach.

Platzangebot im Flixtrain wird ausgebaut

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, soll das Platzangebot auf der vor allem am Wochenende gut nachgefragten Verbindung zwischen Berlin, Frankfurt am Main und Stuttgart mit zusätzlichen Wagen um 30 Prozent erhöht werden. Ab Juli wird zudem ein zusätzlicher Zug zwischen Köln und Hamburg fahren. Dann seien sieben grüne Fernzüge in Deutschland unterwegs, so Flixtrain.

Zum Vergleich: Die Deutsche Bahn hatte Ende 2018 allein 274 ICE-Züge im Einsatz. 148 Millionen Reisenden im Fernverkehr des Staatskonzerns stehen bei Flixbus gut 750.000 im ersten Jahr des Regelbetriebs gegenüber. Inzwischen hat das Unternehmen die „Schallmauer“ von einer Million Fahrgäste durchbrochen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Nach dem Start in Deutschland nimmt der Zuganbieter Flixtrain einen ersten Auslandsmarkt ins Visier. „Wir haben Trassen in Schweden beantragt“, sagte ein Sprecher. Auch dort setze das Unternehmen darauf, sein Zugangebot mit seinem vorhandenen Flixbus-Netz zu verknüpfen. Die Fernbusse fahren dort seit vier Jahren.

Flixtrain hält seit Längerem Ausschau nach Möglichkeiten, das Geschäft im nächsten Jahr auszuweiten. Weitere Pläne für Deutschland sind jedoch nicht bekannt. Konkret wird es zunächst in Schweden. Ein Sprecher wollte aber keine Details zu den Trassen nennen, auf die es Flixtrain in Skandinavien abgesehen hat.