Leserforum

Wohin steuert der Senat in der Verkehrspolitik?

| Lesedauer: 8 Minuten
Thomas Fülling und Andreas Abel
Statt mit dem Auto sollen die Berliner mit der Bahn oder dem Fahrrad in der Stadt unterwegs sein: So will es der rot-rot-grüne Senat.

Statt mit dem Auto sollen die Berliner mit der Bahn oder dem Fahrrad in der Stadt unterwegs sein: So will es der rot-rot-grüne Senat.

Foto: imago stock / imago/Jürgen Ritter

Mobilität in einer wachsenden Stadt - darum geht es am 29. Mai bei der Veranstaltung „Morgenpost vor Ort“. So können Sie teilnehmen.

Die Berliner sollen möglichst auf ihr Auto verzichten und stattdessen mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln durch die Stadt fahren. Dies ist das erklärte Hauptziel in der Verkehrspolitik des seit 2016 regierenden rot-rot-grünen Senats.

Nur mit einem grundlegenden Wandel in der Mobilität könnten die Ziele im Klimaschutz erreicht und zudem die Metropole vor dem Verkehrskollaps bewahrt werden, so die inhaltliche Begründung für eine Politik, die nicht bei allen Berlinern auf Verständnis und vorbehaltlose Zustimmung stößt. Ein Gegenargument sind die gerade im Berufsverkehr oft völlig überfüllten Busse und Bahnen, die nicht dazu einladen, sich da auch noch irgendwie reinzudrängeln.

Der Verkehr in der wachsenden Stadt ist eines der zentralen politischen Diskussionsthemen in Berlin. In den ersten zweieinhalb Jahren der rot-rot-grünen Regierungszeit hat sich die Debatte verschärft und zugespitzt. Grund genug für die Berliner Morgenpost, dazu ein großes Leserforum zu veranstalten.

Gäste können mit den Experten sprechen

„Verkehr in Berlin – Wohin steuert der Senat“ heißt die Veranstaltung, bei der unsere Leser die Möglichkeit haben, sich aus erster Hand zu informieren. Zudem können sie mit unseren Experten auf dem Podium darüber diskutieren, woran es bei der Mobilität in Berlin krankt und was zu tun wäre.

Unser nächstes Leserforum in der Reihe „Morgenpost vor Ort“ findet am Mittwoch, 29. Mai, statt. Auf dem Podium diskutieren Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne), Kai Wegner, Bundestagsabgeordneter und neuer CDU-Landesvorsitzender, Isabell Eberlein, Vorstandsmitglied des Vereins Changing Cities, Jörg Nolte, Geschäftsführer Wirtschaft & Politik bei der Industrie- und Handelskammer Berlin, sowie Thomas Fülling, Verkehrsexperte der Berliner Morgenpost. Moderator des Abends ist Morgenpost-Autor Hajo Schumacher.

Podiumsdiskussion dauert etwa eine Stunde

Das Leserforum beginnt am 29. Mai um 19 Uhr und dauert circa zwei Stunden. Es findet im Kinokomplex Zoo Palast an der Hardenbergstraße statt. Nach der etwa 60 Minuten langen Podiumsdiskussion ist das Publikum gefragt. Teilnehmer des Forums können ihre Fragen stellen und sich in die Debatte einschalten.

Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos, sie müssen sich aber zuvor in unserer Redaktion anmelden. Wie das geht, erläutern wir im Info-Text unten.

Bei unserem Leserforum soll der Verkehr in Berlin in seiner gesamten Bandbreite erörtert werden. Themen sind unter anderem die Perspektiven für den Fahrradverkehr, die Herausforderungen, die die Ströme der Berufspendler mit sich bringen, und die Anbindung der Außenbezirke.

Dieselfahrzeuge und Tempolimits

Die Zukunft des Wirtschaftsverkehrs soll ebenso diskutiert werden wie die Frage, in welchem Umfang privater Autoverkehr künftig möglich sein wird. Drohen in Berlin Fahrverbote für Dieselfahrzeuge, und was haben die Tempo-30-Limits, etwa auf der Leipziger oder Kantstraße gebracht? Ist Berlin auf die nunmehr genehmigten E-Tretroller vorbereitet?

Natürlich geht es auch um die Frage, welche Strategien der Senat verfolgt, um die Mobilität in der Stadt zu verbessern und die Verkehrswende einzuleiten – und ob es die richtigen Strategien sind.

Rot-Rot-Grün plant Ausbau der Straßenbahn

Das Problem fehlender Kapazitäten im Nahverkehrsangebot hat der rot-rot-grüne Senat erkannt. Schnelle Abhilfe soll vor allem der kräftige Ausbau des Straßenbahnnetzes schaffen. Dagegen soll auf die Planung neuer U-Bahn-Strecken komplett verzichtet werden.

Tram-Strecken seien deutlich schneller als U-Bahn-Tunnel zu errichten und würden im Vergleich nur ein Zehntel kosten.

Doch die Tram ist ein Verkehrsmittel, das wie kaum ein anderes von den Berlinern kontrovers diskutiert wird.

Vor allem im einstigen Westteil der Stadt, in dem die Straßenbahn vor gut 50 Jahren ihren Betrieb zugunsten von Bus und U-Bahn einstellte, hält sich die Begeisterung über eine Renaissance in Grenzen. Altmodisch, laut und auch zu gefährlich sei die Tram, ist da oft zu hören.

Realisierung hinkt Plänen hinterher

SPD, Linke und Grüne ließen sich davon nicht beirren und haben einen kräftigen Ausbau des Straßenbahnnetzes vereinbart. 13 konkrete Strecken stehen in der Koalitionsvereinbarung, mit deren Bau oder mit deren Planung zu beginnen ist. Allerdings: Wie auch beim Wohnungsbau liegt zwischen Anspruch und Wirklichkeit eine erhebliche Diskrepanz.

Nach aktuellem Stand werden es die Senatsverkehrsverwaltung und die von ihr mit dem Bau beauftragten Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) schwer haben, die vier noch vom Vorgängersenat vorgesehenen Tram-Erweiterungen wie angekündigt bis 2021 zu realisieren.

Viel Stoff also für einen spannenden Abend. Kommen Sie zu „Morgenpost vor Ort“ und reden Sie mit!

So können Sie am Leserforum teilnehmen

Das Leserforum „Berliner Morgenpost vor Ort“ zum Verkehr in Berlin und zur Verkehrspolitik der Landesregierung beginnt am Mittwoch, 29. Mai , um 19 Uhr im Kino Zoo Palast an der Hardenbergstraße 29 A in Charlottenburg. Es dauert zwei Stunden.

Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos. Voraussetzung ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“.

Das geht ganz einfach per E-Mail an aktionen@morgenpost.de, per Fax an die Nummer 030/8872 77967 oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost können gern ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe zuerst berücksichtigt.

Alle Anmeldungen werden nach Eingang bearbeitet und müssen spätestens bis Sonntag, 26. Mai, 19 Uhr, in der Redaktion vorliegen. Der Zugang zum Leserforum ist nur mit einer schriftlichen Bestätigung der Redaktion möglich.

Der Zoo Palast ist sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen, der Bahnhof Zoologischer Garten ist nur wenige Meter entfernt. Dort halten die Linien S3, S5, S7 und S75, die U2 und U9 sowie zahlreiche BVG-Buslinien. Kostenpflichtige Parkplätze gibt es in mehreren Parkhäusern im Umfeld und auf dem Hardenbergplatz.

Diese Experten sitzen auf dem Podium

Regine Günther (parteilos/für Grüne, 56) ist seit 8. Dezember 2016 Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin. Die in Kaiserslautern geborene Klimaexpertin war zuvor 17 Jahre lang in leitenden Funktionen bei der Umweltstiftung WWF Deutschland tätig.

Kai Wegner (46) vertritt seit 2005 Spandau im Deutschen Bundestag. Seit wenigen Tagen ist er zudem Landesvorsitzender der Berliner CDU. Der gebürtige Spandauer, ausgebildeter Versicherungskaufmann, führt seit Mai 2017 als Präsident den DLRG Landesverband.

Isabell Eberlein (30) ist seit 2018 Vorstandsmitglied von Changing Cities e.V. Die Mobilitätsberaterin und Projektleiterin bei der Bicicli GmbH wurde in Bad Kissingen (Bayern) geboren und lebt seit 2013 in Berlin. Hier ist sie größtenteils mit dem Fahrrad unterwegs.

Jörg Nolte (41), geboren in Arnsberg, ist Geschäftsführer Wirtschaft & Politik sowie Geschäftsführer Kommunikation & Marketing bei der Industrie- und Handelskammer Berlin. Er hat in Dresden und Münster Rechts-, Politik- und Kommunikationswissenschaft studiert.

Thomas Fülling (61) ist seit 2000 Redakteur der Berliner Morgenpost. Im Ressort Lokales kümmert sich der gebürtige Berliner vor allem um den mal mehr, mal weniger gut rollenden Verkehr in der Stadt – und die Dauerbaustelle BER. Er ist täglicher Nutzer von S-, U- und Regionalbahn.

Hajo Schumacher (55), Morgenpost-Autor und -Kolumnist, moderiert die Diskussionsrunde. Der aus Münster stammende Journalist und Politikwissenschaftler arbeitet auch für Magazine, Hörfunk, Online-Medien und TV. Schumacher ist Verfasser mehrerer Bücher.