Verkehrsverbund

Noch wenig Interesse an neuem Job-Ticket

Die Berliner können bald für weniger als 50 Euro mit Bus und Bahn fahren. Das geht, wenn der Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligt.

Das sind die Berliner S-/U-Bahn-Typen

Breitbeinige Berliner, verwunderte Touristen und neugierige Handyspione: Die typischen Nahverkehrsnutzer gibt es in zahlreichen Facetten.

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Berlin. Weniger als 50 Euro kostet das Jobticket, das ab 1. September in Berlin und Brandenburg gelten soll. Doch trotz des attraktiven Preises konnte noch kein Arbeitnehmer die neue Monatskarte bestellen. Das Problem: Das Ticket gibt es nur, wenn der Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligt.

Zwar haben bislang etwa 200 Firmen ihr Interesse signalisiert, noch sei aber mit keiner ein entsprechender Vertrag abgeschlossen worden, teilte Elke Krokowski, Sprecherin des dafür zuständigen Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB), auf Nachfrage mit.

Sie verweist allerdings auch darauf, dass das neue Angebot erst seit sechs Wochen überhaupt kommuniziert werde. Bis zum 1. September sei noch ausreichend Zeit, so Krokowski.

Jobticket in Berlin: Erste Gespräch mit öffentlicher Verwaltung

Völlig offen ist derzeit, ob und ab wann Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst in den Genuss des Angebots kommen. Es habe zwar erste Gespräche gegeben. Derzeit gebe es aber noch keine Regelung, wie das neue VBB-Firmenticket in den Verwaltungen umgesetzt werden kann, teilte der Verkehrsverbund mit.

Die Arbeitgeber müssen mindestens zehn Euro monatlich pro Arbeitnehmer dazugeben, damit dieser dann Rabatt von vier Euro bekommt. Möglich ist auch ein Arbeitgeberzuschuss von 15 Euro, dann verdoppelt sich der Ticketrabatt auf acht Euro.

Je nach Zuschuss würde die Monatskarte dann zwischen 40,42 und 49,40 Euro (Tarif AB, Stadtgebiet Berlin) sowie 59,67 bis 68,67 Euro (Tarif ABC, Berlin und Umland).

Pendler sollen den öffentlichen Nahverkehr nutzen

Das Ende März vorgestellte neue Jobticket ist eines der wichtigen Projekte der rot-rot-grünen Senats für eine neue Mobilität in der Stadt. Vor allem Pendler sollen dazu bewegt werden, ihr Auto stehen zu lassen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu fahren.

Es gibt zwar bereits seit Längerem ein spezielles Ticket für Berufstätige, dieses bietet allerdings seit 2005 nur einen Rabatt von fünf Prozent. Je nach Zahlweise und Geltungsbereich kostet das Firmenticket daher aktuell zwischen knapp 58 und 79 Euro im Monat.

Es hat zudem den Nachteil, dass es die Inhaber anders als bei der regulären VBB-Jahreskarte nicht zeitweise an Familienangehörige oder Freunde weitergeben können. Gerade einmal 68.000 Berliner und Brandenburger nutzen laut Verkehrsverbund derzeit dieses Angebot.