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König Willem-Alexander setzt auf gemeinsame Lösungen

Mit Babelsberg und Sanssouci standen für das Königspaar auch Ziele auf dem Programm, die bei normalen Touristen begehrt sind. Wofür interessierten sich Willem-Alexander und Máxima noch in Potsdam?

Der niederländische König Willem-Alexander.

Der niederländische König Willem-Alexander.

Foto: dpa

Potsdam. Der niederländische König Willem-Alexander setzt für die Bewältigung von Problemen in Europa auf gemeinsame Lösungen. "Klimawandel und Energiepolitik und Flüchtlingsfragen - all das können wir nicht alleine machen", antwortete Willem-Alexander am Mittwoch zum Abschluss eines dreitägigen Deutschland-Besuches in Potsdam auf eine entsprechende Frage. "Das müssen wir zusammen (...) mit unseren Freunden machen." Darum sei die Reise durch Deutschland so wichtig gewesen. In einem Abschluss-Statement rief er zum Engagement gegen den Klimawandel auf: "Wir haben nur eine Erde und da müssen wir sehr stolz und sehr vorsichtig sein."

In seiner Rede zuvor auf Schloss Sanssouci betonte der König die enge Zusammenarbeit mit Deutschland: "Die Sorge für unsere Sicherheit ist in besonderem Maße zu einer gemeinsamen Verantwortung geworden." Deutschland und die Niederlande hätten sich in vielen Regionen gemeinsam engagiert oder täten es noch immer: in Afghanistan, im Irak, in Mali, am Horn von Afrika, in der Türkei, in Litauen. "Unsere Streitkräfte operieren immer mehr als ein Team und ergänzen sich gegenseitig vortrefflich."

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) dankte den Niederlanden für ihren engagierten Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit in Europa und in der Welt. Auch er betonte mit Blick auf die Zusammenarbeit mit dem Nachbarn Polen: "Wir können gemeinsame Herausforderungen nur gemeinsam lösen."

Am zweite Tag ihres Brandenburg-Besuchs absolvierten Willem-Alexander und Königin Máxima eine Tour durch die Landeshauptstadt Potsdam. Nach einer Begrüßung in der Staatskanzlei bejubelten rund 100 Schaulustige das Königspaar trotz regnerischen Wetters. Die Königin trug ein Kleid in blassrosa mit besonders weiten Ärmeln, dazu einen gleichfarbigen Hut mit breiter Krempe, der König einen dunklen Anzug.

Dann besuchte das Paar den Wissenschaftspark Albert Einstein, zu dem das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) und das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung gehören. Dort sprachen die beiden mit Wissenschaftlern über Klimafragen. Im Beisein des Königspaars vereinbarten das PIK und die Freie Universität Amsterdam eine engere Zusammenarbeit zum Thema Klima, das GFZ und die Technische Universität Delft unterschrieben eine Kooperation zur Forschung über Geowissenschaften.

Danach informierten sich Willem-Alexander und Máxima in Babelsberg über die Kreativindustrie. In der Kulisse der Rezeption aus dem Film "Grand Budapest Hotel" trugen sich die beiden in ein Gästebuch ein. Studio-Vorstandschef Carl Woebcken zeigte dem Paar zudem das Modell des Glashauses, in dem 1912 in Babelsberg der erste Stummfilm gedreht worden war, "Der Totentanz" mit Asta Nielsen.

Vor Schloss Sanssouci traf das Königspaar dann am Mittag ein weiteres Mal mit Brandenburger Bürgern und Touristen zusammen, die sich teils mit Regenschirmen gewappnet hatten. Máxima strahlte beim Händeschütteln und war zu Selfies bereit. Mit einem Mittagessen in den Neuen Kammern des Schlosses klang der Besuch aus.

Am Nachmittag sollte es für die Gäste zurück in die Niederlande gehen. Woidke hatte Willem-Alexander und Máxima bereits am Dienstag begleitet. In Nauen im Havelland hörte sich das Königspaar zunächst auf einem Ackerbaubetrieb die Sorgen von Landwirten an, im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Schwielowsee bei Potsdam informierte es sich über gemeinsame Auslandseinsätze.