Prozess um Trickbetrug

Bewährungsstrafe für falschen „Oberkommissar“

Als falscher Polizist soll ein 33-Jähriger an mehreren Betrugsdelikten beteiligt gewesen sein. Eine Tat gestand er und wurde dafür verurteilt.

Eine Justitia

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Foto: imago stock&people / imago/CHROMORANGE

Die Masche ist hinlänglich bekannt. Betrüger rufen gezielt ältere Menschen an, geben sich als Polizisten aus, sprechen von einem bevorstehenden Einbruch und wollen ihre Opfer so überreden, ihr Geld und ihre Wertsachen der Polizei, in dem Fall ein Komplize, zu übergeben. Der Fall, der am Dienstag vor dem Amtsgericht verhandelt wurde, ist ein Beispiel für diese skrupellosen Betrügereien.

15 Fälle hat die Staatsanwaltschaft zusammengestellt. Die Betrüger, bislang weitgehend unbekannt, waren überaus fleißig. Geeignete Opfer wurden ausspioniert, es wurde im Minutentakt telefoniert. Und dann kam „Oberkommissar Schwarz“. Oberkommissar Schwarz heißt im wahren Leben Denisz K. und musste am Dienstag auf der Anklagebank Platz nehmen.

Angeklagter leistet bei Festnahme heftigen Widerstand


K. soll laut Anklage teilweise an den Telefonaten mit den potenziellen Opfern beteiligt gewesen sein, teilweise soll er als „Abholer“, also der Polizist, aufgetreten sein, den andere Bandenmitglieder telefonisch angekündigt hatten, um Geld und Wertsachen der Senioren „in Sicherheit zu bringen“.

Der Angeklagte gestand am Dienstag nur die letzte der angeklagten 15 Betrugstaten. Da gab es allerdings auch nicht viel zu leugnen. Denn die Polizei war den Betrügern bereits auf der Spur. Und als der 33-Jährige im November 2017 das Haus eines potenziellen Opfers wieder verlassen wollte, warteten bereits zwei – echte – Beamte auf ihn.

Auf Polizistin eingeschlagen und getreten

Bei seiner Festnahme leistete er erbitterten Widerstand, die Beamten, ein Mann und ein Frau hatten große Mühe, ihn zu überwältigen und zogen sich dabei Verletzungen zu. Der Beamtin soll K. mehrere Faustschläge ins Gesicht und zwei kräftige Fußtritte in den Unterleib zugefügt haben.

Bei den angeklagten Betrugsdelikten sprach die Vertreterin der Staatsanwaltschaft vom Versuch. Das war auch in diesem Verfahren ein Beleg für eine erfreuliche Entwicklung: Immer seltener fallen die Opfer auf eine solche Masche herein. Bei den Taten, um die es am Dienstag ging, durchschauten sämtliche Opfer die Betrugsabsicht, da konnten sich die Täter anstrengen, wie sie wollten.

Zu ungepflegt für einen Polizeibeamten


Und sie wollten offenbar. Zögerten die Angerufenen, sollen die Aufforderungen der vermeintlichen Polizisten immer drängender und aggressiver geworden sein. Ein Erfolg blieb den Tätern jedoch versagt. Das galt auch für den letzten der aufgelisteten 15 Fälle, den der Angeklagte eingestand. Die Seniorin, bei der er als Kommissar Schwarz klingelte, schlug ihm die Tür gleich wieder vor der Nase zu. Der Mann sei ihr zu ungepflegt für einen Polizeibeamten erschienen, sagte die Frau später bei der Befragung durch echte Polizisten.

Deren „Kollege“ wurde am Dienstag für den einen von ihm gestandenen Betrugsversuch sowie dem brutalen Angriff auf die beiden Polizeibeamten zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Zudem muss er 300 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.