Filmstar

70 Jahre Grundgesetz: Martina Gedeck im Hörspiel dabei

Der Berliner Filmstar Martina Gedeck gibt im Hörspiel zum 70. Geburtstag der Verfassung einer Politikerin seine Stimme.

Schauspielerin Martina Gedeck spielt eine der nur vier Frauen, die an der Entstehung der Verfassung beteiligt waren.

Schauspielerin Martina Gedeck spielt eine der nur vier Frauen, die an der Entstehung der Verfassung beteiligt waren.

Foto: Carsten Koall / dpa

Das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland wird 70 Jahre alt und alle feiern mit: Zu den Höhepunkten der vielen Beiträge zählt das Mammut-Hörspiel „Guter Rat – Ringen um das Grundgesetz“. In dem auf historischen Protokollen basierenden Hörspiel geht es um die lebhaften und kontroversen Diskussionen, die bei der Entstehung der Verfassung 1948/49 im Parlamentarischen Rat geführt wurden. Martina Gedeck leiht der SPD-Politikerin Friederike Nadig ihre Stimme, die damals entscheidend mitwirkte und sich vor allem für die Gleichberechtigung von Mann und Frau stark machte. Gedeck gilt als eine der wichtigsten Schauspielerinnen Deutschlands („Das Leben der Anderen“, „Der Baader Meinhof Komplex“). Für ihre Rollen wurde die 57-Jährige mit zahlreichen Preisen geehrt, die Schauspielerin lebt in Berlin.

Martina GedeckMartina Gedeck Ich habe mich vor allem mit dem ausführlichen Material beschäftigt, das mir der Sender zur Verfügung gestellt hat. Also mit den Auszügen aus den Originalprotokollen des Parlamentarischen Rates, der unsere Verfassung aus der Taufe gehoben hat. Ins Grundgesetz selber habe ich aber natürlich auch nochmals reingeschaut, wobei mir zumindest die wichtigsten Artikel durchaus vertraut waren.

Ich denke schon. Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben den Text damals neun Monate lang intensiv ausgearbeitet, wie unser Hörspiel zeigt, und vieles was drinsteht, erscheint uns heute ganz selbstverständlich. Aber das ist es eben nicht, das muss man sich immer wieder klarmachen. So ein wunderbarer Satz wie „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, der ja über allem steht, ist eben keine Selbstverständlichkeit. Man sieht doch an der Entwicklung in Amerika, wie schnell sich die Dinge verändern können.

Da wird schon richtig geschauspielert, in diesem Fall allerdings nicht so ausgeprägt wie bei einem rein theatralischen Hörspiel, wo es richtig zur Sache geht. Da gestikulieren wir Schauspieler, laufen herum, werfen uns in die Kissen, was Sie wollen (lacht). Das ist toll, weil man auf keine Kameraposition oder so was achten muss. Man kann wirklich alles um sich herum vergessen und vollkommen in der Szene aufgehen. Es geht nur um die Kommunikation mit den Mitspielern.

Nein, weder kostümiert noch geschminkt, da geht es zu wie bei einer Probe auf der Bühne. Man ist man selbst und schlüpft trotzdem ganz in die Rolle.