Natur

Berliner Umweltschützer wollen grüne Freiflächen erhalten

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Der große Tiergarten ist für viele Berliner ein Ort der Erholung. Doch der Bau von Wohnungen und Straßen gefährdet die Grünflächen der Hauptstadt.

Der große Tiergarten ist für viele Berliner ein Ort der Erholung. Doch der Bau von Wohnungen und Straßen gefährdet die Grünflächen der Hauptstadt.

Foto: Foto: Sophia Kembowski / picture alliance / dpa

Der Bau von Wohnungen geht auch zu Lasten des Stadtgrüns. Umweltschützer fordern jetzt eine Diskussion über die Flächennutzung.

Berlin.  Berlin braucht ein Konzept zur Sicherung der grünen Freiflächen, gerade angesichts der wachsenden Stadt. Das sagte Tilman Heuser, Landesgeschäftsführer des BUND Berlin, bei einem Gespräch am gestrigen Montag über die „Charta für das Berliner Stadtgrün“. Diese Charta hat die Senatsumweltverwaltung erarbeitet. Der Entwurf wurde vor einer Woche vorgestellt.

„Wir finden die Charta insgesamt ganz gut“

„Wir finden die Charta insgesamt ganz gut“, sagte Heuser. „Viele unserer Forderungen sind aufgegriffen worden.“ Versäumnisse der vergangenen Jahre, wie etwa bei der Pflege der Parks müssten korrigiert werden. „Es geht nicht nur um Müllbeseitigung“, so Heuser, „sondern auch darum, Pflanzen und Tieren einen Raum zu geben und sie vor Übernutzung der Parks zu schützen.“ Tilman Heuser kritisierte, die rechtliche Sicherung von Landschafts- und Naturschutzgebieten in Berlin komme nur langsam vorwärts. Laut Charta solle dies bis 2030 geschehen. „Wir wollen es schneller.“

Friedhofsflächen könnten auch zu Grünflächen werden

„Wir brauchen die Auseinandersetzung über die künftige Flächennutzung in Berlin“, so der Landesgeschäftsführer des UND: Es gebe die Diskussion, Friedhofsflächen zu bebauen. Doch sie könnten auch zu Grünflächen werden. Die Kosten für die Pflege der Flächen sollten vom Kirchensteuer-Zahler auf den normalen Steuerzahler verlagert werden. „Entscheidend ist auch, die Wahrnehmung zu stärken, was Grün für die Stadt bedeutet“, so Heuser. „Grünflächen in der Stadt sind wichtig, um die Temperaturen in einem Hitzesommer halbwegs erträglich zu machen.“

Es sollten nur versiegelte Flächen bebaut werden

Auch zum Erhalt der Artenvielfalt tragen sie bei. Der Bau von Wohnungen und Straßen gehe zum Teil zu Lasten des Stadtgrüns, so Heuser. Immer wieder werde der Erhalt von Freiflächen, wie etwa auf dem Tempelhofer Feld, infrage gestellt. Aus Sicht des Berliner BUND-Chefs sollten nur versiegelte Flächen bebaut werden. Eine verbindliche Sicherung von Grünflächen sei wichtig, nötig sei auch der Ankauf von Flächen, die zu Parks werden sollen, wie etwa das Bahngelände am Westkreuz. 56 Prozent von Berlin seien Siedlungs- und Verkehrsfläche, so Tilman Heuser.

Auf den Flächen von Supermärkten könnten Wohnungen gebaut werden

Diese Gebiete sollten intensiver genutzt werden. „Berlin ist, mit Ausnahme der Innenstadt, relativ locker besiedelt.“ Da gebe es Möglichkeiten der Nachverdichtung. Auf den Flächen von Supermärkten und auf Parkplätzen könnten Wohnungen gebaut werden, so Heuser, „doch es fehlt die Konsequenz in der Umsetzung.“ Es gebe große Garagenflächen, die bebaut werden könnten. Die Charta sehe auch vor, Grün auch auf privaten Flächen, etwa einem großen Werksgelände, zu stärken, sagte Christian Hönig Referent für Baumschutz beim BUND. saf