Prozesse

Ehefrau mit Lampenfuß beinahe getötet: Senior gesteht

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank in einem Verhandlungssaal.

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank in einem Verhandlungssaal.

Foto: dpa

Berlin. Ein 75-Jähriger hat nach einem beinahe tödlichen Angriff auf seine Ehefrau vor dem Berliner Landgericht gestanden. Er habe mitten in der Nacht mit einem Lampenfuß aus Metall auf die inzwischen 85-Jährige eingeschlagen und sie schwer am Kopf verletzt, gab der Senior zu Prozessbeginn am Montag zu. Er habe zuvor "innere Stimmen" gehört, die ihn zu der Attacke gedrängt hätten. "Aber es gab keinen Grund, meine Frau anzugreifen, wir lebten sehr harmonisch", so der Unternehmer. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag.

Zu der Tat war es im Oktober 2018 im Einfamilienhaus des seit 44 Jahren verheirateten Paares in Berlin-Wannsee gekommen. "Viele Dinge sind kulminiert", so der Angeklagte. Sein Adoptivsohn, dem er bereits einen Teil der Firma überschrieben hatte, habe die vereinbarte Rente nicht zahlen wollen. Deshalb habe er sein Haus verkaufen und eine Wohnung mieten wollen. Als er die Immobilie für 1,4 Millionen Euro veräußern wollte, habe der Interessent kurz vor der geplanten Vertragsunterzeichnung den Preis erheblich verringert. In der Nacht vor dem Verkauf sei es dann zu dem Angriff gekommen.

Der 75-Jährige hatte nach mehreren Schlägen gegen den Kopf seiner Frau selbst die Polizei alarmiert. Die 85-Jährige sagte, die Wunden seien verheilt und ihre "geistigen Kräfte erhalten geblieben". Das Fehlverhalten ihres Mannes führe sie auf eine Depression zurück. Ihre Beziehung sei stets von Zuneigung und Harmonie geprägt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 75-Jährige bei der Tat nur eingeschränkt oder gar nicht schuldfähig gewesen sei. Der Prozess wird am 22. Mai fortgesetzt.