Leserforum

Verkehr in Berlin – Wohin steuert der Senat?

„Morgenpost vor Ort“ mit Hajo Schumacher zur Hauptstadt-Mobilität und zur Verkehrspolitik der rot-rot-grünen Landesregierung.

Auch ein markierter Radweg hält Autofahrer nicht davon ab, Radfahrer zu dicht zu passieren.

Auch ein markierter Radweg hält Autofahrer nicht davon ab, Radfahrer zu dicht zu passieren.

Foto: Foto: Oliver Berg / dpa

Berlin. Verkehr in Berlin, das ist ein Feld, auf dem ich zügig und sicher von A nach B komme. Für Hunderttausende Berliner bildet diese Aussage nicht die Realität ab, sondern eine Wunschvorstellung. Nutzer von BVG und S-Bahn ärgern sich über ausgefallene, unpünktliche oder überfüllte Züge sowie über Busanbindungen in Außenbezirken, die einem 20- oder sogar 30-Minuten-Takt folgen.

Autofahrer sind genervt von vielen Staus

Autofahrer stehen genervt im Stau und werfen der Landesregierung vor, sie würde Autos in der Innenstadt am liebsten verbieten und betreibe nur Klientelpolitik für Radfahrer. Und Radfahrer kritisieren Rot-Rot-Grün, die Verkehrswende nur zögerlich anzugehen. Alles dauere viel zu lange, die hehren Ziele der Koalition würden nur halbherzig umgesetzt.

Verkehr ist eines der zentralen politischen Diskussionsthemen

Der Verkehr in der wachsenden Stadt ist eines der zentralen politischen Diskussionsthemen in Berlin. Das war schon in der vergangenen Legislaturperiode so, aber die Debatte hat sich in den ersten zweieinhalb Jahren der rot-rot-grünen Regierungszeit verschärft und zugespitzt. Grund genug für die Berliner Morgenpost, dazu ein großes Leserforum zu veranstalten.

„Verkehr in Berlin – Wohin steuert der Senat“ heißt die Veranstaltung, bei der unsere Leser die Möglichkeit haben, sich aus erster Hand zu informieren. Zudem können sie mit unseren Experten auf dem Podium darüber diskutieren, woran es bei der Mobilität in Berlin krankt und was zu tun wäre.

Gäste können den Experten Fragen stellen

Unser nächstes Leserforum in der Reihe „Morgenpost vor Ort“ findet am Mittwoch, 29. Mai, statt. Auf dem Podium diskutieren Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos, für Grüne); Kai Wegner, Bundestagsabgeordneter und neuer CDU-Landesvorsitzender; Isabell Eberlein, Vorstandsmitglied des Vereins Changing Cities; Jörg Nolte, Geschäftsführer Wirtschaft & Politik bei der Industrie- und Handelskammer Berlin sowie Thomas Fülling, Verkehrsexperte der Berliner Morgenpost. Moderator des Abends ist Morgenpost-Autor Hajo Schumacher.

Das Leserforum beginnt am 29. Mai um 19 Uhr und dauert circa zwei Stunden. Es findet im Kinokomplex Zoo Palast an der Hardenbergstraße statt. Nach der etwa 60 Minuten langen Podiumsdiskussion ist das Publikum gefragt. Teilnehmer des Forums können ihre Fragen stellen und sich in die Debatte einschalten. Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos, sie müssen sich aber zuvor in unserer Redaktion anmelden. Wie das geht, erläutern wir am Ende des Textes.

Alle Verkehrsbereiche sind Thema des Leserforums

Bei unserem Leserforum soll der Verkehr in Berlin in seiner gesamten Bandbreite erörtert werden. Themen sind unter anderem der Ausbau des Berliner U- und Straßenbahnnetzes, die Perspektiven für den Fahrradverkehr, die Herausforderungen, die die Ströme der Berufspendler mit sich bringen und die Anbindung der Außenbezirke.

Die Zukunft des Wirtschaftsverkehrs soll ebenso diskutiert werden wie die Frage, in welchem Umfang privater Autoverkehr künftig möglich sein wird. Natürlich geht es auch um die Frage, welche Strategien der Senat verfolgt, um die Mobilität in der Stadt zu verbessern und die Verkehrswende einzuleiten – und ob es die richtigen Strategien sind.

„Es wird nur noch über Radschnellwege geredet“

Erst vor wenigen Tagen hatte Oliver Igel, Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick und SPD-Politiker, die Verkehrspolitik der rot-rot-grünen Koalition kritisiert. „Es muss einen Mix geben. Mir geht ziemlich auf die Nerven, dass auf Landesebene inzwischen nur noch über Radschnellwege und Radwege gesprochen wird“, sagte er bei einem Leserforum der Berliner Morgenpost zur Zukunft des Südost-Bezirks. Zu einem solchen Mix gehöre eben auch, dass der Kfz-Verkehr organisiert werden muss, sagte Igel.

Auf der anderen Seite brachen die Radaktivisten des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) und des Vereins Changing Cities im März die Verhandlungen mit der Senatsverkehrsverwaltung zum Radverkehrsplan ab. Die Senatsseite habe das Konzept zu langsam, zu wenig konkret und nicht konsequent genug vorangetrieben, erläuterte Changing-Cities-Vorstandsmitglied Isabell Eberlein.

„Die Verkehrswende bekommt man nicht auf Knopfdruck“

Die Senatsverwaltung sei nicht bereit gewesen, mit ihnen einen Fahrplan mit zeitlichen und inhaltlichen Meilensteinen zu vereinbaren, kritisierten die an der Planung beteiligten Fahrradverbände und -vereine.

Jan Thomsen, Sprecher von Verkehrssenatorin Regine Günther, wies die Vorwürfe zurück. Man habe in den vergangenen Monaten viele Anregungen der Radinitiativen aufgenommen. Zudem erfordere der Aufbau und Umbau von Verkehrsinfrastruktur lange Vorbereitungen und umfangreiche Planungsleistungen. „Die Verkehrswende bekommt man nicht auf Knopfdruck“ sagte Thomsen der Berliner Morgenpost.

Das Leserforum zur Verkehrspolitik in Berlin am 29. Mai bietet also viel Stoff für einen spannenden Abend. Kommen Sie in den Zoo Palast zu „Morgenpost vor Ort“!

Diese Experten sitzen am 29. Mai auf dem Podium:

Jörg Nolte (41), geboren in Arnsberg, ist Geschäftsführer Wirtschaft & Politik sowie Geschäftsführer Kommunikation & Marketing bei der Industrie- und Handelskammer Berlin. Er hat in Dresden und Münster Rechts-, Politik- und Kommunikationswissenschaft studiert.

Thomas Fülling (61) ist seit 2000 Redakteur der Berliner Morgenpost. Im Ressort Lokales kümmert sich der gebürtige Berliner vor allem um den mal mehr, mal weniger gut rollenden Verkehr in der Stadt – und die Dauerbaustelle BER. Er ist täglicher Nutzer von S-, U- und Regionalbahn.

Hajo Schumacher (55), Morgenpost-Autor und -Kolumnist, moderiert die Diskussionsrunde. Der aus Münster stammende Journalist und Politikwissenschaftler arbeitet auch für Magazine, Hörfunk, Online-Medien und TV. Schumacher ist Verfasser mehrerer Bücher.

Kai Wegner (46) vertritt seit 2005 Spandau im Deutschen Bundestag. Seit wenigen Tagen ist er zudem Landesvorsitzender der Berliner CDU. Der gebürtige Spandauer, ausgebildeter Versicherungskaufmann, führt seit Mai 2017 als Präsident den DLRG Landesverband.

Regine Günther (parteilos/für Grüne, 56) ist seit 8. Dezember 2016 Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin. Die in Kaiserslautern geborene Klimaexpertin war zuvor 17 Jahre lang in leitenden Funktionen bei der Umweltstiftung WWF Deutschland tätig.

Isabell Eberlein (30) ist seit 2018 Vorstandsmitglied von Changing Cities e.V. Die Mobilitätsberaterin und Projektleiterin bei der Bicicli GmbH wurde in Bad Kissingen (Bayern) geboren und lebt seit 2013 in Berlin. Hier ist sie größtenteils mit dem Fahrrad unterwegs.

So können Sie am Leserforum teilnehmen

Das Leserforum „Berliner Morgenpost vor Ort“ zum Verkehr in Berlin und zur Verkehrspolitik der Landesregierung beginnt am Mittwoch, 29. Mai , um 19 Uhr im Kinocenter Zoo Palast an der Hardenbergstraße 29 A in Charlottenburg. Es dauert zwei Stunden.

Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos. Voraussetzung ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“.

Das geht ganz einfach per E-Mail an aktionen@morgenpost.de, per Fax an die Nummer 030/8872 77967 oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost können gern ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe zuerst berücksichtigt.

Alle Anmeldungen werden nach Eingang bearbeitet und müssen spätestens bis Sonntag, 26. Mai, 19 Uhr in der Redaktion vorliegen. Der Zugang zum Leserforum ist nur mit einer schriftlichen Bestätigung der Redaktion möglich.

Der Zoo Palast ist sehr gut mit Bus und Bahn zu erreichen, der Bahnhof Zoologischer Garten ist nur wenige Meter entfernt. Dort halten die Linien S3, S5, S7 und S75, die U2 und U9 sowie zahlreiche BVG-Buslinien. Kostenpflichtige Parkplätze gibt es in mehreren Parkhäusern im Umfeld und auf dem Hardenbergplatz.