Tokio-Reise

Michael Müller unterwegs nach Fernost

| Lesedauer: 4 Minuten
Wenn jemand eine Reise tut: der Regierende Bürgermeister Michael Mueller grinst im Mai 2019 in die Kamera.

Wenn jemand eine Reise tut: der Regierende Bürgermeister Michael Mueller grinst im Mai 2019 in die Kamera.

Foto: Boris Streubel / Bongarts/Getty Images

Der Regierende Bürgermeister, geht wieder einmal auf Reisen. Diesmal lernt er Tokio kennen - und will der Wirtschaft helfen.

Berlin.  Die Wirtschaftsdelegation ist vorgeflogen, der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und seine Referenten machten sich etwas später auf den Weg und werden am Sonntagabend eintreffen: in Tokio, der japanischen Hauptstadt. Müller will vor Ort die Städtepartnerschaft mit Tokio, die seit 25 Jahren besteht, würdigen, in dem internationalen Städtenetzwerk U20 mitarbeiten und außerdem noch den Türöffner für die Berliner Unternehmen machen, die sich in Japan geschäftlich engagieren wollen. Ganz schön viel Programm für drei Tage.

Die wachsende Stadt ist ein zentrales Thema

„Tokio und Berlin stehen vor ähnlichen Herausforderungen“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK), Jan Eder. Eder ist auf der Reise dabei, die IHK hat die Tour gemeinsam mit der Senatskanzlei vorbereitet. „In Tokio und in Berlin arbeiten die Unternehmen an Lösungen für Fragen der Infrastruktur für eine wachsende Stadt, an Mobilitätskonzepten oder Ideen für den Umgang mit dem demografischen Wandel“, erklärt Eder. Man wolle den Kontakt vertiefen – auch den Wissensaustausch. Mit dabei sind fast 30 Unternehmer, aber auch Vertreter der Flughafengesellschaft, der Tegel Projekt GmbH, der Deutschen Gesellschaft für multimediale Kundenbindungssysteme, der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) oder der Wirtschaftsförderorganisation „Berlin Partner“.

25 Jahre Städtepartnerschaft

Müller hat sich viel vorgenommen für die Reise. Zum einen geht es um die Städtepartnerschaft, die seit 25 Jahren besteht – und ein guter Anlass ist, einmal nach Tokio zu fliegen. Zumal diese Städtepartnerschaft eine der besser funktionierenden ist. Es gibt in Berlin eine aktive deutsch-japanische Gesellschaft, außerdem einen regelmäßigen Austausch in der Kultur oder bei den Themen Stadtentwicklung und Energieversorgung. Auch die Sportkontakte funktionieren, Ende Juni wird eine Jugendfußball-Mannschaft in Berlin erwartet. Und 2020, also schon in gut einem Jahr, werden die Olympischen Spiele in Tokio ausgetragen. Müller wird sich am morgigen Montag mit der Gouverneurin von Tokio, Yuriko Koike, zu einem Gespräch treffen – auch um zu besprechen, wie man die Städtepartnerschaft noch vertiefen kann. Berlin lädt am Montagabend zu einer Veranstaltung mit dem schönen Titel „#FreiheitBerlinTokyo – Berlin meets Tokyo“ ein, die Industrie- und Handelskammer will diese Veranstaltung nutzen, damit die Unternehmer neue Kontakte knüpfen können.

20 Metropolen-Bürgermeister mischen sich ein

Außerdem findet in der japanischen Hauptstadt am Wochenanfang der Gipfel von 20 Metropolen-Bürgermeistern statt, der sogenannte „Urban 20 Mayors Summit“, kurz U20 genannt. Vor zwei Jahren wurde diese Initiative von Städten gegründet. Mit dem Ziel, sich im Vorfeld von G20-Gipfeln abzustimmen und die Positionen von Metropolen in die Beratungen der 20 Staatschefs einzubringen. Das erste U20-Treffen fand im vergangenen Jahr in Buenos Aires statt, das zweite nun in Tokio. Neben Berlin engagieren sich beispielsweise Hamburg, London, Los Angeles, Peking, Buenos Aires, Chicago, Madrid, Johannesburg, New York, Paris oder Sydney in dieser Initiative. Wenn alles so läuft, wie es von den Bürgermeistern weltweit besprochen und vorbereitet wurde, wird in Tokio ein Kommuniqué verabschiedet, das dann an den japanischen Premierminister Abe übergeben werden soll.

Rundgang mit einer Berliner Architektin

Auf dem dicht gefüllten Programm des Regierenden Bürgermeisters stehen aber auch städtebauliche Rundgänge, denn Tokio kennt das Problem der verdichteten Stadt mit großer Konkurrenz um den Raum nur zu gut. Die Berliner Architektin Anne Groß wird Müller und der Delegation am Montag vom Skydeck Roppongi Hills Club einen Überblick über Tokio geben und anschließend eine kleine Tour durch diesen Stadtteil machen. Thema natürlich: die wachsende Stadt.

Und es geht um die Wirtschaft. Das Berliner Recycling-Unternehmen Alba wird in Anwesenheit von Müller ein Kooperationsvertrag mit dem Tokioter Unternehmen Seiu unterzeichnen. Müller selbst will am Montagnachmittag den Vorstand von Mitsubishi Electric treffen und am Dienstag mit Vertretern des Unternehmens NTT Communications Corp. sprechen. Da geht es dann um die Ansiedlung eines Rechenzentrums in Berlin. Es gibt viel zu tun, auch in Tokio.