Museen

Klima und Umweltschutz: Kritische Schülerfragen an Kanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r) besucht das Museum für Naturkunde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU, r) besucht das Museum für Naturkunde.

Foto: dpa

Berlin. Biologische Vielfalt, Massentierhaltung und Klimaschutz: Schüler aus drei Berliner Gymnasien haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag mit kritischen Fragen herausgefordert. Gleich mehrmals musste Merkel bei der einstündigen Diskussion im Berliner Naturkundemuseum einräumen, dass die Politik früher gesteckte Ziele nicht erreicht habe. So fehle es weiter an Wissen über biologische Vielfalt, auch die Klimaziele bis 2020 würden wahrscheinlich nicht erreicht. "Dass die Jugend uns Dampf macht, bringt uns auf Trab", sagte Merkel jedoch.

Sie sagte den Schülern zu, dass Deutschland in den nächsten Jahren aus der Nutzung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat aussteigen wolle. Mit Blick auf Massentierhaltung gebe es in einigen Regionen noch etwas zu tun, räumte sie ebenfalls ein. "Ich bin manchmal selbst erstaunt, wie gering die Kenntnis über die Entstehung von Fleisch ist", sagte Merkel. Sie wünsche sich Demut und Respekt vor der Natur. "Tiere sind Mitgeschöpfe." Sie persönlich halte Fleischessen bei einem verantwortlichen Umgang mit Tieren aber für in Ordnung.

Wie umweltbewusst ist die Kanzlerin selbst? Sie habe ihr Wochenendhaus wärmegedämmt, berichtete Merkel den Schülern. Sie baue dort in ihrem Garten seltene Kartoffel- und Tomatensorten an. Sie schätze keine SUV-Fahrzeuge, weil die nicht der Weg zu einem minimalen Benzinverbrauch seien. Sie riet den Jungen und Mädchen dazu, Physik zu studieren, um Speichermöglichkeiten für erneuerbare Energie erfinden zu können. "Und ich würde mir wünschen, dass mehr Jüngere zur Wahl gehen."