Verbände

Berliner müssen im Schnitt drei Monate auf Handwerker warten

Berliner Handwerksbetriebe verzeichnen Rekordumsätze. Was fehlt, sind Fachkräfte. Kunden müssen deshalb immer länger warten.

Ein Maler spachtelt die Wände eines Zimmers.

Ein Maler spachtelt die Wände eines Zimmers.

Foto: dpa

Berlin. Kurzfristig einen Handwerker zu finden, wird für Berliner immer schwieriger. Mittlerweile sind die Betriebe durchschnittlich für nahezu ein Vierteljahr mit Aufträgen eingedeckt, wie eine Umfrage der Handwerkskammer ergab. So lange seien die Kollegen noch nie ausgebucht gewesen, hieß es. "Berlin baut wie verrückt", erklärte die neue Kammerpräsidentin Carola Zarth.

„Das Jahr ist gut gestartet“, ist die Botschaft, die Hauptgeschäftsführer Jürgen Wittke bei der Vorstellung des Frühjahresbericht 2019 am Mittwoch verkündete. „Wir sehen keine Wolke am Konjunkturhimmel über Berlin. Das Handwerk schaut weiter optimistisch in die Zukunft.“ Zwar verliert der Geschäftsklimaindex um zwei Zähler zu Beginn 2019 im Vergleich zum Vorjahr, steht aber stabil bei 130 Punkten. Die HWK ordnet alles, was über 100 Punkten liegt statistisch als „gut“ oder „sehr gut“ ein.

Für die Gesamtprognose wurden im März und April insgesamt 2.360 Berliner Betriebe nach ihrer wirtschaftlichen Situation befragt, 647 Betriebe gaben dazu Antwort. Fast die Hälfte aller Befragten (49 Prozent) bewerten ihre Geschäftsergebnisse der vergangenen sechs Monate als „gut“, 44 Prozent als „zufriedenstellend“ und nur sieben Prozent als „schlecht.“ Die kommenden Monate schätzen aber viele noch zurückhaltend ein. Lediglich 28 Prozent erwartet eine Verbesserung. 63 Prozent rechnen mit einer unveränderten wirtschaftlichen Situation und neun Prozent gehen sogar von schlechterer Auftragslage aus.

Unternehmen suchen händeringend offene Stellen

Rosig Zeiten zeigen sich bei den Umsätzen in vielen Unternehmen. Die Entwicklung erreichte im Vergleich zum Vorjahr einen neuen Rekord. Der Saldo war der beste im Frühjahr gemessenen Wert seit 1991. Spitzenreiter ist das Baugewerbe. „Erstaunlich, gerade vor dem Hintergrund, dass die Branche stark saisonabhängig ist. Aber die milden Winter bescheren einen hohen Auftragsvorlauf“, erklärt Wittke.

Die Prognosen würden seiner Ansicht nach noch besser ausfallen, wenn mehr geeignetes Personal zu finden wäre. 49 Prozent der Unternehmen versucht händeringend offene Stellen zu besetzten, vor allem in der Informationstechnik und im Sanitär- und Heizungsbereich. 31 Prozent könnten sich sogar vorstellen, weitere Stellen anzubieten.