Sexualität

Studie: Wie wichtig Sex noch im Alter ist

Eine Studie belegt: Fast ein Drittel der 60- bis 80-Jährigen ist häufiger sexuell aktiv als der Durchschnitt der 20- und 30-Jährigen.

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In seinem neuen Film Wolke 9 hat sich Andreas Dresen das Thema Liebe und Sex im Alter vorgenommen. In einer immer älter werdenden Gesellschaft werde dieses Thema völlig tabuisiert, was ihn sehr verwundere, so Dresen im Interview mit WELT TV.

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Berlin. Sex im Alter? Welche Rolle spielt das Thema dann noch? Das untersuchten Wissenschaftler mehrere Berliner Forschungseinrichtungen, unter anderem die Humboldt-Universität zu Berlin (HU), die Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Sex im Alter: Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie

Ältere Menschen sind im Durchschnitt weniger sexuell aktiv und haben weniger sexuelle Gedanken als jüngere. Im Erleben von Gefühlen, wie Intimität und Geborgenheit, gibt es zwischen Jung und Alt jedoch nur geringe Unterschiede. Die Ergebnisse wurden gerade in der Fachzeitschrift Psychology and Aging veröffentlicht.

Sexuelle Aktivität, sexuelle Gedanken und Initmität von 60- bis 80-Jährigen

Für die Untersuchung wurden die Daten von 60- bis 80-Jährigen in Bezug auf ihre sexuelle Aktivität, sexuellen Gedanken und Intimität ausgewertet. Diese Daten wurden mit anderen Faktoren, wie der körperlichen Fitness und dem sozialen Status, verglichen.

Besonders interessant ist, dass psychosoziale Faktoren für die Sexualität der älteren Studienteilnehmer insgesamt eine größere Rolle spielten als körperliche. „Die Bedeutung von psychischen und zwischenmenschlichen Faktoren für ein erfülltes Sexualleben im hohen Alter wurde lange unterschätzt“, sagt Erstautorin Karolina Kolodziejczak, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität. Dabei könnten diese entscheidend sein, solange körperliche Einschränkungen nicht im Wege stehen. Bei den Senioren fanden die Wissenschaftler auch keinen Hinweis darauf, dass die Lust auf Sex ab einem ganz bestimmten Alter besonders rapide nachlassen würde.

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Ein Drittel ist häufiger sexuell aktiv als der Durchschnitt der Jüngeren

Auch wenn der Durchschnitt der älteren Erwachsenen weniger sexuell aktiv ist als die jungen, so gilt das aber nicht für alle. So gab fast ein Drittel der 60- bis 80-Jährigen an, häufiger sexuell aktiv zu sein und häufiger sexuelle Gedanken zu haben als der Durchschnitt der 20- und 30-Jährigen.

„Es zeigt sich somit einmal mehr, dass es riesige Unterschiede im Leben älterer Menschen gibt“, erklärt Professor Denis Gerstorf, Sprecher der Berliner Altersstudie II und Ko-Autor der Analyse zur Sexualität. Diese Unterschiede weiter zu beleuchten und die Rolle der Sexualität für das Wohlbefinden und gute Gesundheit im Alter zu untersuchen, wäre eine der nächsten Aufgaben.