Quartiersmanagement

Lutherplatz in der Spandauer Neustadt soll belebt werden

Seit kurzem gibt es die „Offene Werkstatt“, die Vereine und Anwohner nutzen können. Geplant sind Open-Air-Kino, Workshops und mehr.

Seit kurzem gibt es die "Offene Werkstatt Lutherplatz". Sie soll helfen, den Platz für die Bewohner der Spandauer Neustadt wieder attraktiver zu machen. 

Seit kurzem gibt es die "Offene Werkstatt Lutherplatz". Sie soll helfen, den Platz für die Bewohner der Spandauer Neustadt wieder attraktiver zu machen. 

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin.  Mitten im Quartiersmanagement-Gebiet der Spandauer Neustadt liegt er: der Lutherplatz. Im Zentrum steht die große, markante Lutherkirche, um diese herum gibt es Spielgeräte, Bänke und Wiesen. Der Platz könnte ein perfekter Anlaufpunkt für die Menschen im Kiez sein, ein „Platz der Nachbarschaft“, so formuliert es das Quartiersmanagement. Doch davon ist er im Moment noch ein Stück entfernt.

„Es gibt viele verschiedene Nutzergruppen, und es läuft nicht immer harmonisch“, sagt Quartiersmanagerin Aline Löw. Auf dem Platz treffen sich Trinker genauso wie Jugendliche, die Musik hören, gleichzeitig sind Kinder zum Spielen dort. Einige Grünflächen haben unter der Nutzung - etwa durch Fußballspielen - gelitten, auch Müll ist immer wieder ein Thema. Doch die Attraktivität des Platzes soll jetzt angegangen werden.

Container mit ersten Möbeln ist schon aufgebaut

Vor kurzem hat die „Offene Werkstatt Lutherplatz“ ihren Standort bezogen und einen Container mit Podest und ersten Möbeln auf einer der Grünflächen neben der Kirche aufgebaut. Finanziert wird das Projekt mit einer Laufzeit bis Ende 2020 aus Mitteln des Quartiersmanagements. „Es gab immer viele Ideen für den Platz, aber uns fehlen die Kapazitäten, um Projekte langfristig zu begleiten“, sagt Löw. In Abstimmung mit dem Eigentümer des Platzes - der Luthergemeinde - gibt es deshalb nun die offene Werkstatt, die für eine nachhaltige Gestaltung und Aufwertung sorgen soll.

Hinter der Werkstatt steckt der Verein „Open Berlin“, der sich der gemeinwohlorientierten Stadtentwicklung verschrieben hat und bei dem Projekt vor allem für die Organisation und die Netzwerkarbeit zuständig ist. Denn der Gedanke ist, dass

der Container nicht von „Open Berlin“, sondern von Bewohnern der Neustadt, umliegenden Vereinen und Trägern selbst mit Leben gefüllt wird.

„Anwohner können ihre Ideen einbringen, der Container ist frei zugänglich“, sagt Sarah Manz von „Open Berlin“. Ein Schlüssel für den Container soll in einem Tresor vor Ort aufbewahrt werden. Der Zugang zur Werkstatt, so Manz, soll so niedrigschwellig wie möglich sein.

Vielfältige Ideen, wie die Werkstatt genutzt werden kann

In den vergangenen Monaten wurden bereits viele Gespräche mit Initiativen in der Umgebung geführt, um die Ausstattung den Nutzern anzupassen. Fest steht: An Ideen mangelt es nicht. Ein anliegender Verein, der den Platz bereits für sein Café-Nachmittage nutzt, soll zusätzliche Sitzmöbel bekommen. Auf der Grünfläche sind Hochbeete geplant, sodass Urban Gardening betrieben werden kann. Und Open-Air-Kinovorstellungen sollen mithilfe einer Leinwand und einer Sitztribüne möglich werden.

Auch für Workshops, Sprechstunden des Quartiersmanagements, eine Projektwoche im Sommer und als Ort zum Basteln und Bauen von Stadtmöbeln sollen der Container und der Außenbereich genutzt werden. „Es ist auch eine Art Experiment, wir wissen nicht, was funktionieren wird“, sagt Rocco Zühlke von „Open Berlin“. Vor allem aber gehe es darum zu zeigen, was der Lutherplatz alles sein kann - und den Anwohnern Gründe zu liefern, dort ihre freie Zeit zu verbringen.

Damit die Neustädter wissen, was wann auf dem Platz los ist, soll ein Onlinekalender eingerichtet und vor Ort eine Veranstaltungstafel aufgestellt werden. Zudem plant „Open Berlin“ jeden Mittwoch eine Sprechstunde in einem angemieteten Büro in der Lutherstraße 17.

Bis Ende 2020 soll das Projekt ausgewertet werden

Der Hauptteil der Veranstaltungen soll während der warmen Jahreszeit stattfinden, bis zum Oktober gibt es bereits Ideen, wie die Fläche genutzt werden kann. Dieses Jahr wird von den Organisatoren vor allem als Testphase gesehen, für das nächste Jahr ist dann geplant, erfolgreiche Veranstaltungen zu verstetigen.

Bis Ende 2020 soll es zudem eine Evaluation der offenen Werkstatt geben. Diese wird auch Empfehlungen einschließen dazu, wie die Nutzung und Gestaltung des Lutherplatzes über das Projekt hinaus aussehen kann. „Auf der Basis gucken wir, wie wir weitermachen können“, so Zühlke. Der Container aber, so viel ist klar, wird nur temporär auf dem Lutherplatz bleiben - eine entsprechende Vereinbarung gibt es auch mit der Denkmalschutzbehörde. Wie es gelingen kann, dass der Platz dennoch dauerhaft belebt wird, das wird sich hoffentlich in den kommenden Monaten zeigen.

Darauf, wie die unterschiedlichen Angebote angenommen werden, sind nun alle gespannt. Die Motivation, die Werkstatt mit Leben zu füllen, sei in jedem Fall groß, berichtet Sarah Manz. „Alle Akteure, mit denen ich gesprochen haben, scharren schon mit den Hufen und wollen endlich loslegen.“

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