Wohnungsunternehmen

Deutsche Wohnen will neuen Mietspiegel zunächst analysieren

Zuletzt hatte die Deutsche Wohnen immer wieder gegen die Anwendung des Mietspiegels geklagt. Auch diesmal gibt man sich zurückhaltend.

In Berlin läuft ein Volksbegehren zur Enteignung des Unternehmens.

In Berlin läuft ein Volksbegehren zur Enteignung des Unternehmens.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Berlin.  Berlins größter privater Wohnungskonzern, die Deutsche Wohnen, hat am Dienstag ihre Unternehmenszahlen für das erste Quartal 2019 vorgelegt. Michael Zahn, Vorstandschef des Unternehmens, das in der Stadt rund 115.000 Wohnungen bewirtschaftet, nutzte die Veröffentlichung, um Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) eine Antwort zu geben. Diese hatte Zahn am Montag bei der Vorstellung des Berliner Mietspiegels 2019 namentlich angesprochen und aufgefordert, der Verunsicherung der Mieter „endlich ein Ende“ zu machen und den Mietspiegel „vorbehaltlos“ anzuerkennen. Doch nach einem wirklichen Einlenken sieht Zahns Reaktion nicht aus.

„Die Deutsche Wohnen unterstützt das Instrument des Mietspiegels ausdrücklich, da es grundsätzlich ein geeignetes Mittel zur Bestimmung der ortsüblichen Vergleichsmiete sein kann“, ließ Zahn über eine Mitteilung am Dienstag verlauten. Doch schon der folgende Satz weckt Zweifel daran, dass die Deutsche Wohnen, die in der Vergangenheit immer wieder gegen die Anwendung des Mietspiegels geklagt und vor Gericht teilweise auch Recht bekommen hatte, nun tatsächlich einlenken wird. „Voraussetzung dafür ist allerdings die Erstellung nach anerkannten wissenschaftlichen Grundsätzen“, so Zahn weiter.

Auf Nachfrage der Berliner Morgenpost, ob denn die Deutsche Wohnen den neuen Berliner Mietspiegel, der seit Monat das Vorgängerwerk aus dem Jahr 2017 ersetzt, als „wissenschaftlich qualifiziert“ anerkennt, gab sich das Unternehmen jedoch auffallend zurückhaltend. Man müsse nun zunächst erst einmal analysieren, ob der neue Mietspiegel tatsächlich qualifiziert sei. Dazu warte man die Einordnung des Forschungsinstituts F+B ab, das die Datenerhebung zum Berliner Mietspiegel vorgenommen hat, sagte Unternehmenssprecherin Manuela Damianakis der Berliner Morgenpost. Diese Prüfung werde voraussichtlich „einige Wochen“ dauern.

Konzerngewinn auf 111 Millionen Euro gesteigert

Ausweislich des Geschäftsberichtes hat die Deutsche Wohnen im 1. Quartal insbesondere durch Zukäufe und höhere Mieteinkünfte seine Einnahmen gesteigert. Der Konzerngewinn wurde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,6 Prozent auf auf 111 Millionen Euro gesteigert. (+7,4 %). Bei den Mieteinnahmen stand gegenüber dem 1. Quartal 2018 ein Plus von 20 Millionen Euro in den Büchern. Diese setze sich zusammen aus 3,4 Prozent Mietsteigerungen, davon 1,4 Prozent bei Bestandswohnungen, und Mieteinnahmen, die sich aus Zukäufen speisten, hieß es auf Nachfrage.

Angesichts der laufenden Unterschriftensammlung für das Volksbegehren „Deutsche Wohnen & Co enteignen“, verwies das Unternehmen am Mittwoch auf zahlreiche Vereinbarungen, die man zum Wohle der Mieter mit den Bezirken geschlossen habe. So seien Kooperationsvereinbarungen für einzelne Siedlungen in Tempelhof und Neukölln sowie auch für den gesamten Bezirk Lichtenberg geschlossen worden. Die Deutsche Wohnen habe für ihre Mieter in diesem Zusammenhang diverse Informationsveranstaltungen angeboten.