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Siemens-Chef

Asien-Pazifik-Woche: Joe Kaesers Zeichen an Berlin

Die deutsche Hauptstadt sei das Zuhause des Siemens-Konzerns betont der Vorstandschef bei der Eröffnung der Asien-Pazifik-Woche.

Siemens-Chef Joe Kaeser (v.l.), Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und Geschäftsführer der Alba Group.

Foto: Reto Klar / Funke Foto Services / Reto Klar / Funke Foto Service

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Berlin.  Der Vorstandsvorsitzende des Industriekonzerns Siemens hat die Asien-Pazifik-Woche in Berlin mit einem deutlichen Bekenntnis zur deutschen Hauptstadt eröffnet. „Zuhause ist dort, wo das Herz ist. Und für Siemens ist Zuhause, wo Berlin ist“, sagte Joe Kaeser am Montag in Berlin. Die deutsche Hauptstadt ist nach dem Konzernsitz in München der größte Standort des Unternehmens. 12.500 Mitarbeiter sind für Siemens in Berlin tätig. Mit dem Siemenscampus in Spandau setzt Siemens zudem eines der größten Investitionsprojekte seiner Geschichte in Berlin um. Rund 600 Millionen Euro will das Unternehmen in dem Bezirk im Nordwesten der Stadt investieren.

Siemens wurde in Berlin gegründet

Siemens und Berlin gehören zusammen, betonte Kaeser. Das Unternehmen sei 1847 hier in einem Hinterhof gegründet worden. Damals habe es im amerikanischen Silicon Valley noch gar keine Garagen gegeben. „Berlin ist die Stadt für Innovationen und Unternehmergeist“, sagte Kaeser. Ein großer Teil der deutschen Start-ups werde in Berlin gegründet und arbeite von hier aus an neuen Geschäftsmodellen. Für wirtschaftliche Entwicklung sei vor allem Zusammenarbeit wichtig, betonte der Industrie-Manager.

Die Asien-Pazifik-Woche findet seit 1997 in Berlin statt und sollen den Austausch von Wirtschaft und Politik, Forschung, Wissenschaft, Kultur und Gesellschaft zwischen den Ländern der Asien-Pazifik Region, Berlin und Europa fördern. Siemens-Chef Kaeser ist seit Februar dieses Jahres Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft. Kaeser betonte am Montag, die weiter wachsende wirtschaftliche Bedeutung der Asien-Pazifik-Länder. „Das ist die Region der Zukunft. Daran gibt es keinen Zweifel. Nichts und niemand kann das ändern, kein Tweet, kein Nationalismus und auch kein Populismus“, sagte der Siemens-Chef. Die wichtigste Frage, sei wie Deutschland, Europa und Asien künftig zusammenarbeiten werden, so Kaeser.

Kaeser fordert neue deutsche Industriestrategie

Dafür müssten weitere Brücken gebaut werden zwischen den unterschiedlichen Ländern. Zudem, sagte Kaeser, sei es wichtig, dass überall auf der Welt gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschten. Asiatische Länder haben aber einen Plan, um ihre weitere wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben, so der Siemens-Vorstandsvorsitzende. „Haben wir auch einen Plan in Deutschland? Die USA hat einen Plan und sie hat Tweets“, sagte Kaeser mit Blick auf die regelmäßigen Kurznachrichten von US-Präsident Donald Trump. „Und Deutschland hat eine große Debatte, ob wir einen Plan brauchen oder nicht“, so Kaeser weiter.

Deutschland müsse endlich Industriepolitik machen, forderte Kaeser. Zuletzt war die Industriestrategie, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vorgelegt hatte, aber bei weiten Teilen der Wirtschaft durchgefallen. Altmaier wollte vor allem „Europäischen Champions“ fördern. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) etwa kritisierte, Deutschland solle nicht den Protektionismus und die strategische Übernahmepolitik anderer Länder kopieren, sondern „die marktwirtschaftlichen Errungenschaften Europas“ verteidigen.

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Neue Chancen für Berliner Start-ups

Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und Geschäftsführer der Alba Group, betonte zuvor die Bedeutung der Asien-Pazifik-Wochen für die Anbahnung neuer Kooperationen zwischen Deutschland und Asien. Berlin sei darauf vorbereitet, mit vielen asiatischen Partnern zusammenzuarbeiten, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Mit ihren zahlreichen wissenschaftlichen Einrichtungen und dynamischen Unternehmen sei die Stadt bereits heute ein führender Platz für Innovationen in Europa, so Pop. Vor allem für die jungen Start-ups sei die Zusammenarbeit mit anderen Gründern wichtig. „Doch ein Start-up-Ökosystem alleine wird die Zukunft nicht verändern“, sagte die Politikerin. Nötig seien dafür globale Kooperationen.

Noch bis einschließlich Sonntag stehen in Berlin bei der Asien-Pazifik-Woche die Themen Start-ups und ihre Ökosysteme im Vordergrund. Berliner Start-ups, hieß es, könnten sich durch die Veranstaltungen mit Partnern in Asien vernetzen und so Vorteile der bevölkerungsstarken und wirtschaftlich schnell wachsenden asiatischen Märkte nutzen. Durch die Asia-Pazifik-Woche sollen die Firmen auch Kontakte zu Investoren knüpfen. Zuletzt hatten gleich mehrerer asiatische Geldgeber große Summen in Berliner Unternehmen investiert: Erst im vergangenen Jahr stieg der japanische Investmentfonds Softbank mit rund 460 Millionen Euro bei der Berliner Auto1 Group ein.