Aufklärung

Verschmutzt, zerstört, gestohlen: Ausstellung über Figuren

Figuren auf Plätzen und in Parkanlagen haben häufig ein schweres Leben - Die Schau „Wenn nur der Sockel bleibt“ im Rathaus Treptow.

Bronze-Skulptur „Der Schwimmer“ von Gertrud Classens im Treptower Park

Bronze-Skulptur „Der Schwimmer“ von Gertrud Classens im Treptower Park

Foto: Lisa Vanovitch / BM

Berlin. Im Alltag werden sie häufig übersehen oder stoßen nur auf einen kurzen Moment unserer Wahrnehmung: die Skulpturen und Plastiken auf Plätzen und in Parkanlagen in Berlin. Nicht selten werden sie verschmutzt, beschädigt oder gar gestohlen.

Im vergangenen Jahr etwa gab die Polizei per Twitter bekannt, dass die Bronze-Figur „Schwimmer“ verschwunden sei, die im Park an der Kiefholzstraße beheimatet war. Anwohner hatten das verantwortungsbewusst gemeldet. Vermutlich kannten sie Arbeiten der 1974 verstorbene Bildhauerin Gertrud Classen, die verschiedene Arbeiten für den öffentlichen Raum in Ost-Berlin gestaltet hat.

Der „Schwimmer“ landete beim Schrotthändler

Mittlerweile weiß man, wie es dem „Schwimmer“ ergangen ist. Der Täter verkaufte die in Einzelteile zerlegte Figur an einen Schrotthändler. Sie soll sich wieder im Besitz des Bezirkes befinden und saniert werden.

„Wenn nur der Sockel bleibt“, so heißt dann auch die Ausstellung, die ab 17. Mai im Rathaus Treptow zu sehen sein wird. Sie widmet sich den Verlusten von Kunst im öffentlichen Raum, die den Bezirk Treptow-Köpenick in den letzten Jahren getroffen haben. Besonders im Fokus steht der Ortsteil Alt-Treptow. Um den „Schwimmer“ und seine Geschichte wird es also auch gehen. Cornelia Flader, die Bezirksstadträtin für Kultur, wird am Eröffnungsabend zum Thema sprechen.