Bombenfund

Weltkriegsbombe in Hermsdorf erfolgreich entschärft

In Hermsdorf wurde bei Bauarbeiten eine Weltkriegsbombe entdeckt. Am Donnerstagabend ist sie erfolgreich entschärft worden.

Berlin: Ein Polizist steht neben einer 100 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe (Archivbild).

Berlin: Ein Polizist steht neben einer 100 Kilogramm schweren Weltkriegsbombe (Archivbild).

Foto: --- / dpa

Berlin. Die Weltkriegsbombe in der Nähe des S-Bahnhofs Hermsdorf ist am Donnerstagabend erfolgreich entschärft worden. Zuvor waren zahlreiche Wohnhäuser in einem 500-Meter-Sperrkreis um die Fundstelle evakuiert worden. Die Menschen konnten am Abend wieder zurück in ihre Häuser, sagte ein Polizeisprecher. Auch der Bahnverkehr wurde wieder aufgenommen.

Die 100 Kilogramm schwere Bombe war am Mittag bei Bauarbeiten entdeckt worden. Da die Evakuierung der umliegenden Häuser länger dauerte als geplant, hatte sich die ursprünglich für ungefähr 18 Uhr angekündigte Entschärfung verzögert.

Verkehrsbehinderungen und Schienenersatzverkehr

Wegen der Entschärfung wurde die S-Bahnlinie 1 zwischen Frohnau und Waidmannslust zeitweise unterbrochen. Es wurde Schienenersatzverkehr eingerichtet. Seit 15 Uhr hielt die S-Bahn bereits nicht mehr am Bahnhof Hermsdorf.

Die Sperrungen betrafen auch die Berliner Straße und den nördlichen Oraniendamm. Im Sperrkreis fuhren keine Busse mehr. Der Flugverkehr war nach Polizeiangaben von der Sperrung nicht betroffen. Rund 200 Polizisten waren im Einsatz.

Die US-Weltkriegsbombe mit mechanischem Aufschlagzünder war bei Bauarbeiten an der Ulmenstraße entdeckt worden.

Auf vielen Kreuzungen staute es sich am Nachmittag, weil die Polizei den Verkehr umleitete. Die VIZ riet, Hermsdorf weiträumig zu umfahren.

Michael Schindler, 62, aus dem Märkischen Viertel sagte: „Ich wollte doch nur zum Augenarzt, der ist nur 200 Meter von hier. Aber die Praxis wird wohl evakuiert werden.“ Heike Kaufmann, 49: „Meine Kinder gehen in Tegel zur Schule. Die werden auch hier an irgendeiner Absperrung stehen. Zum Glück sind die nicht mehr so klein.“

Reinickendorf richtet Bürgertelefon ein

Das Bezirksamt Reinickendorf richtete ein Bürgertelefon für Betroffene ein: Tel. 90294-2005.

Die Polizei teilte auf Twitter mit, dass Betroffene zum Georg-Herwegh-Gymnasium in der Fellbacher Straße 18 kommen könnten.

Sammelpunkte für die Bevölkerung waren der Fellbacher Platz, Heinsestraße/Ecke Schulzendorfer Straße, die alte Dorfkirche in der Almutstraße sowie der Schlossplatz in der Wachsmuthstraße. Von diesen vier Sammelpunkten verkehrten Kleinbusse kostenlos zum Georg-Herwegh-Gymnasium, das als Ausweichquartier diente.

Polizei zufrieden mit Evakuierung

Laut Polizeiangaben war die Evakuierung gut vorangegangen. In der Schnelle der Zeit war nicht zu erfassen gewesen, wie viele Einwohner betroffen waren. Gegen 17.30 Uhr war allerdings erst die Hälfte der Einwohner in Sicherheit. Die Evakuierung zog sich deshalb bis in die späten Abendstunden.

Laut Anja Dierschke, Pressesprecherin der Polizei vor Ort, waren die Anwohner gelassen: „Die Leute gehen sehr entspannt mit der Situation um.“

Aber es gab auch Kritik. Carsten Jürk Mindach, 48, erzählte vor der Notunterkunft in der Fellbacher Straße: „Ich wurde gerade aus dem Schlaf geholt. Als Bäcker fängt meine Schicht morgen früh um halb zwei an. Ich habe ja volles Verständnis für die Maßnahme, was ich nur nicht verstehe: Warum andere durch den Unwillen, ihre Häuser zu verlassen, das Ganze so verzögern.“

Joachim Lemmel, Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), sagte, das DRK würde die Schule einrichten, um im Fall der Fälle auch eine Übernachtung möglich zu machen. Gehbehinderte Menschen und Patienten werde man in Krankenhäuser fahren.