FEZ

Großer Preis, kleine Gewinner

Zum 20. Mal wird der Grand Prix de la Petite Chanson der der Staatlichen Europa-Schule Berlin verliehen.

Schüler der Grundschule Neues Tor 

Schüler der Grundschule Neues Tor 

Foto: Maria Häußler

Berlin. „Why so serious?“ singt die erste Gruppe beim Grand Prix de la Petite Chanson mit dünnen Stimmchen schüchtern ins Mikrophon. Kein Wunder, denn die kleinen Menschen stehen vor einem ganzen Saal voller anderer Kinder, Lehrern und Organisatoren im FEZ in der Wulheide.

Zum 20. Mal wird hier der „Grand Prix de la Petite Chanson“ verliehen. Alle 18 Grundschulen der Staatlichen Europa-Schule Berlin, kurz SESB, nehmen Teil. Eine Klasse oder auch kleinere Gruppe singt stellvertretend ein Lied, tanzt oder führt einen Sketch vor. Der Name ist an den „Grand Prix de la Chanson“ angelehnt, wie der heutige Eurovision Songcontest ursprünglich genannt wurde.

7500 sind live zugeschaltet

Zum diesjährigen Jubiläum sind auch die etwa 7500 Kinder der Grund- und weiterführenden Schulen live zugeschaltet, die nicht mehr in den Saal passen, sie können sogar mit abstimmen. „Wir wollen den Wettbewerbsgedanken aber eher im Hintergrund lassen. Es geht eher darum, zusammen zu kommen. Deshalb ist der große Preis eigentlich auch eher klein“, sagt Beate Schöneburg und deutet auf eine goldene Figur. Schöneburg ist in der Senatsverwaltung für Bildung zuständig für alle SESB-Schulen. „Die Kinder können bei uns neun verschiedene Sprachen von der ersten Klasse bis zum Abitur lernen. Die jeweilige Sprache wird gleichberechtigt mit Deutsch von Muttersprachlern unterrichtet. Denn wir wollen, dass die Lehrer auch ein Verständnis für die Kultur des Landes mitbringen und vermitteln“, sagt Schöneburg.

Kinder wachsen oft zweisprachig auf

Fächer wie Mathematik bleiben auf Deutsch, damit das Abitur nicht leidet und das Sprachniveau der Schüler wird vor der Aufnahme getestet. „Viele Kinder wachsen schon im Elternhaus bilingual auf, die Idee ist aber, dass auch deutschsprachige Kinder aufgenommen werden“, sagt Schöneburg. Wie gut die Kinder die Sprachen beherrschen, wird bei den Auftritten deutlich. Die Kinder von der Grundschule „Neues Tor“ tanzen, singen und rappen auf Portugiesisch.

Anschließend kommen kleine Köche und Köchinnen von der Grundschule „Arkonaplatz“ auf die Bühne und huldigen allerlei Speisen auf Französisch. Als nächstes steht ein griechisches Lied auf dem Programm. Die Grundidee der Schulen geht auf die Alliierten im Nachkriegsdeutschland zurück. Mit der Zeit kamen immer mehr Sprachen dazu, und seit 1992 gibt es die SESB nun in Berlin. In ihrer Ansprache schlägt Schöneburg auch den Bogen zur Europäischen Union und zu den anstehenden Wahlen. „Ich finde schön, dass ihr in euren Beiträgen auch Europa zum Thema gemacht habt. Es ist in dieser Zeit wichtiger denn je deutlich zu machen, dass Europa ein friedliches Europa bleiben soll.“