Tram-EM

Europas beste Straßenbahnfahrer kommen aus Brüssel

Bei der Tram-EM sind 25 Teams aus 21 Ländern gegeneinander angetreten. Auch Straßenbahnfahrer der BVG waren dabei.

Eine der Disziplinen bei der EM ist Tram-Bowling.

Eine der Disziplinen bei der EM ist Tram-Bowling.

Foto: Tram-EM

Der Höhepunkt des Parcours kommt ganz zum Schluss: Die Straßenbahnfahrer nehmen Tempo auf, stoßen mit der Bahn gegen einen anderthalb Meter großen Ball und versuchen so, möglichst viele Pins umzuwerfen. Tram-Bowling nennt sich das Ganze, es ist eine der Disziplinen bei der Tram-Europameisterschaft, die am Sonnabend in Brüssel stattfand.

Insgesamt 25 Zweier-Teams aus 21 Ländern waren bei dem Wettbewerb dabei, unter ihnen auch ein Zweier-Gespann der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG): Evelyn Fehling und Stephan Nagel vom Betriebshof Weißensee hatten sich bei einer internen Qualifikation im März auf dem Betriebshof Marzahn durchgesetzt. In Brüssel war das Berliner Team dann allerdings weniger erfolgreich. Nach der ersten Runde lag es auf dem letzten Platz, nach dem zweiten Durchgang konnte es sich noch auf Platz 19 schieben. In der Einzelwertung der Fahrerinnen sah es besser aus: Unter den 25 teilnehmenden Frauen landete Evelyn Fehling auf Rang 7.

Den Team-Sieg sicherten sich die Fahrer aus Brüssel unter lautem Jubel – zum ersten Mal konnte damit ein Gastgeber gewinnen. Auf dem zweiten Platz folgte Moskau vor Oradea (Rumänien). Aus Deutschland waren außerdem Teams aus Dresden (Platz 17) und Stuttgart (Platz 24) dabei.

Rekord bei den teilnehmenden Nationen aufgestellt

Die Tram-EM fand erstmals 2012, anlässlich des 140. Geburtstags der Dresdner Straßenbahn, statt. Seitdem wird das Event in jährlich wechselnden Städten organisiert – 2016 waren die Fahrer in Berlin zu Gast – und ist stetig gewachsen. Mit 21 teilnehmenden Nationen, darunter auch Luxemburg, Italien, Schweden und Norwegen, wurde in diesem Jahr ein Rekord aufgestellt. Ziel des Wettbewerbs ist es, den Kultur- und Erfahrungsaustausch zwischen verschiedenen Ländern zu unterstützen, für den Beruf zu werben und Menschen aus Europa zusammenzubringen. Das erscheint drei Wochen vor der Europa-Wahl umso passender.

Bei der Tram-EM sind die Teilnehmer in einem Parcours mit sechs Disziplinen gegeneinander angetreten, bei denen es um Geschwindigkeit, Geschicklichkeit und Präzision ging. Unter anderem mussten die Fahrer die Straßenbahn auf 30 Kilometer pro Stunde beschleunigen, anschließend präzise bremsen und eine Figur so platzieren, dass sie möglichst nah an ihr vorbeifahren, ohne sie zu berühren. Maximal fünf Minuten hatten die Teams Zeit, um den Parcours zu absolvieren.

Teilnehmer müssen mit verschiedenen Straßenbahn-Modellen fahren

„Es war eine Herausforderung“, sagte Malgorzata Ferdek, die für Krakau antrat, nach ihrer Fahrt in der Liveübertragung des Events, die mehrere Zehntausend Menschen aus ganz Europa verfolgten. Besonders schwierig sei es, bei dem Wettbewerb mit drei verschiedenen Tram-Typen zu fahren, die alle unterschiedliche Funktionsweisen haben.

Tatsächlich müssen die Teilnehmer zwischen den Disziplinen dreimal die Straßenbahn wechseln – viel mehr von einer zur anderen rennen – und dabei sowohl mit altmodischen als auch modernen Modellen fahren. Vor dem Wettbewerb hatten die Teilnehmer nur einen Tag Zeit, um in Brüssel zu üben.

Im kommenden Jahr soll die Tram-EM dann bei den diesjährigen Drittplatzierten in Oradea stattfinden.