Bildung

Statt Sommerferien: Berliner CDU berät über Summer-Schools

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Die Berliner CDU will auf der Klausurtagung über Maßnahmen sprechen, um u.a. die Fehlstunden von Schülern zu reduzieren.

Die Berliner CDU will auf der Klausurtagung über Maßnahmen sprechen, um u.a. die Fehlstunden von Schülern zu reduzieren.

Foto: Marijan Murat / dpa

Immer mehr Schüler brechen die Schule ab. Die Berliner CDU will die Quote senken und debattiert auf der Klausurtagung über Maßnahmen.

Berlin. Dieser Vorschlag wird wohl nicht auf Begeisterung bei den Schülern stoßen: Auf der dreitägigen Klausurtagung in Weimar will die Berliner CDU über sogenannte Summer-Schools debattieren - das berichtet der Tagesspiegel. Schüler mit mangelnden Deutschkenntnissen sollen im Sommer nachsitzen. Dabei stehen Kinder mit Migrationshintergrund besonders im Fokus. Pauken statt Ferien!

„Zur Reduzierung der hohen Zahl von Schulabbrechern ohne Abschluss soll eine verpflichtende Summer-School für Kinder mit ungenügenden Deutschkenntnissen fester Bestandteil des deutschen Schulsystems werden“, zitiert die Zeitung aus dem 32-seitigen Positionspapier. Dieses Papier soll vom wirtschaftspolitischen Sprecher der Fraktion, Christian Gräff, maßgeblich mitverfasst worden sein. Auch Unternehmen, Verbände und Kammern waren an der Ausarbeitung beteiligt.

Senat weist Vorstoß zurück

Der Berliner Senat hat den CDU-Vorstoß zu den verpflichtenden Sommerkursen zurückgewiesen. „Eine Zwangsbeschulung in den Ferien ist nicht sinnvoll“, sagte Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers am Freitag. „Wir haben bereits freiwillige Angebote für Schüler und Schülerinnen mit geringen Sprachkenntnissen durch die Feriensprachschulen.“ Der Vorschlag würde alle Familien in Berlin betreffen und einen harten Eingriff in das Familienleben darstellen. Die Frage sei auch, wer die Schüler unterrichten soll. „Auch Lehrkräfte brauchen Erholung.“

Elektronische Zeiterfassung in Schulen

Neben der Summer-School gibt es noch eine weitere Maßnahme. Die Berliner CDU will laut „Tagesspiegel“ auch über eine elektronische Zeiterfassung diskutieren. So soll das Schwänzen in den Griff bekommen werden. Auch Eltern sollen Zugriff auf die Anwesenheitszeiten der Kinder erhalten. Sollte ein Schüler zum vierten Mal unentschuldigt fehlen, soll eine „Zentrale Berliner Beratungsstelle Schulversäumnis“ ein verpflichtendes Gespräch mit den Eltern und dem Kind suchen.

Schulen sollen digitalisiert werden

Außerdem will die Berliner CDU jedem Grundschüler ab der dritten Klasse einen Computer oder ein Tablet zur Verfügung stellen. Das soll laut „Tagesspiegel“ ab 2030 umgesetzt werden. Dirk Stettner, der Sprecher für Digitales in der Berliner Fraktion, macht sich für eine „Qualitätsoffensive für unsere Schulen“ stark. Er schlägt vor, dass die Schulen an das Landesnetz inklusive W-Lan angeschlossen werden. Bildungsserver sollen angeschafft werden - diese sollen den Zugang zu digitalen Unterrichtsinhalten und Lehr- und Lernmitteln erleichtern.

( BM )