Deutschland-Besuch

Charles und Camilla in Berlin: So sieht ihr Programm aus

Vom 7. bis 10. Mai besuchen Camilla und Prinz Charles Deutschland. Von Berlin geht es über Leipzig nach München.

Prinz Charles und Camilla (Archivfoto).

Prinz Charles und Camilla (Archivfoto).

Foto: Will Oliver / dpa

Berlin.  Die britische Botschaft will bei ihrem Empfang auf Wegwerfplastik verzichten. Prinz Charles (70) ist schließlich Öko. Das zeigt sich, wenn der Thronfolger vom 7. bis 10. Mai mit seiner Frau Camilla (71) Deutschland besucht. Für Botschafter Sebastian Wood ist es «eine gute Gelegenheit, die starken Bande zwischen unseren Ländern in besonderer Weise zu würdigen». Wenn Wood kein Diplomat wäre, würde er vielleicht sagen: Wir mögen euch, Brexit hin oder her.

Abends Spargelsalat und Spreewaldgurken

Nach der Queen (2015) und Kate und William (2017) wird dieser Deutschlandbesuch sicher wieder ein bisschen aufregend für alle, die Fans des britischen Königshauses sind. Vorher gucken die aber nach England, zu Prinz Harry und seiner schwangeren Frau Meghan. Vielleicht ist Charles schon zum vierten Mal Großvater geworden, wenn er in Berlin ankommt.

Dort trifft der Prinz Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Abends feiert die Botschaft in ihrer Residenz nachträglich den Geburtstag von Königin Elizabeth II. (93). Es gibt Spargelsalat aus Brandenburg, Saibling nach Matjesart mit Spreewaldgurken, Riesling aus dem Rheingau und britische Spezialitäten wie Scones und Lamm-Pie. Vieles ist regional und öko. Auch 30 Jahre Mauerfall spielen bei dem Besuch eine Rolle. In Leipzig wollen sich Charles und Camilla über die «Friedliche Revolution» informieren, die 1989 das Ende der Teilung Deutschlands eingeleitet hat. Danach geht es nach Bayern.

In München widmet sich Charles Themen wie dem klimafreundlichen Wachstum und der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der beiden Länder. Camilla spricht mit Frauen, die häusliche Gewalt erfahren haben. Abends steht ein Essen mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder an. Zum Finale besucht das Paar einen Biobauernhof.

Charles trank schon Rotkäppchen-Sekt in der Platte

Der älteste Sohn von Königin Elizabeth II. war schon mehr als 30 Mal seit seinem ersten Besuch 1962 in Deutschland, auch privat. Charles ist selbst Öko-Bauer. 2013 machte er in Baden-Württemberg einen Abstecher zu Landwirten und Schwäbisch-Hällischen Landschweinen, Ferkelstreicheln inklusive. In Berlin waren Charles und Camilla 2009 gemeinsam. Damals gehörten die Museumsinsel und Potsdam zu ihren Stationen.

Einen denkwürdigen Termin hatte Charles 1995 in Hellersdorf, wo er fast wie ein Popstar empfangen wurde. Damals besuchte er eine Familie in einer Plattenbauwohnung. Die öffnete zur Feier des Tages eine Flasche Rotkäppchen-Sekt, Charles setzte sich aufs Sofa.

Sogar in einem Friseursalon schaute der Prinz unangekündigt vorbei, im Tross mit dem damaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen, der schelmisch in die Kamera grinste. Die Berlinerin Karin Scheel traf Charles damals in einer Galerie bei einer Ausstellung zum Thema Stadtplanung. „Das war sehr charmant“, erinnert sie sich. „Ich fand ihn total nett und entspannt.“ Die Aufregung war groß. „Jeder wollte dabei sein.“