Geschichte

Große Resonanz auf Tagung zur gefälschten DDR-Kommunalwahl

Menschen stehen im Bezirk Prenzlauer Berg vor einem Wahllokal.

Menschen stehen im Bezirk Prenzlauer Berg vor einem Wahllokal.

Foto: dpa

Leipzig. Die gefälschte Kommunalwahl am 7. Mai 1989 in der DDR brachte bei vielen Bürgern das Fass zum Überlaufen und bewegt bis heute die Gemüter. Für eine Tagung zu diesem Thema am kommenden Samstag (5. Mai) haben sich bereits mehr als 500 Teilnehmer angemeldet, wie der Veranstalter Konrad-Adenauer-Stiftung am Donnerstag in Dresden bekanntgab. Neben dem früheren Bundespräsidenten Joachim Gauck und Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) werden auch Zeitzeugen das Wort ergreifen. Die Tagung steht unter dem Motto "Freiheit '89 - Vom Mut, nicht wegzusehen."

Bürgerrechtler und Kirchenleute hatten vor 30 Jahren Manipulationen bei der Kommunalwahl in der DDR aufgedeckt. Dies sei ein Meilenstein für die friedliche Revolution gewesen, sagte der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, der Deutschen Presse-Agentur.

In mehr als 1000 Wahllokalen hatten damals kritische Bürger die Stimmauszählung verfolgt und die Nein-Stimmen notiert. Diese wurden dann beim Weiterreichen an höhere Stellen zum Teil in Zustimmung verwandelt. Egon Krenz, Vorsitzender der Wahlkommission und Mitglied des Politbüros der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands), verkündete dann eine Zustimmung von 98,85 Prozent für die Kandidaten der Nationalen Front und wertete dies als Bekenntnis zur Politik der SED. Knapp 99 Prozent der Wahlberechtigten hätten abgestimmt. Danach formierte sich der Protest auf der Straße.