Freizeit

Das sind die besten Tipps zum Wochenende in Berlin

Ausgehen nur in der Innenstadt? Weit gefehlt. Das Veranstaltungsangebot ist in allen Berliner Stadtteilen vielfältig. Eine Auswahl.

Kind mit eine aufgemalten Europa-Flagge im Gesicht.

Kind mit eine aufgemalten Europa-Flagge im Gesicht.

Foto: Adobe_Stock_Alexander Mak

Info-Tipp: Das große Europafest in Charlottenburg-Wilmersdorf

Auf dem Steinplatz und entlang der Hardenbergstraße stellen sich an diesem Sonnabend, 11. Mai, rund 90 Akteure aus Vereinen, Verbänden, Stiftungen, Parteien und Jugend-Initiativen vor, die sich für Europa engagieren. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Senatsverwaltung für Kultur und Europa laden zusammen mit der Berliner Landeszentrale für politische Bildung und der Europäischen Kommission alle Bürger ein, beim großen Berliner Europafest mitzufeiern. Für viele Bürgerfragen wird es Foren und Partner geben. Die große Bühne am Steinplatz bietet ganztägig ein vielfältiges musikalisches Programm. Höhepunkt ist die ABBA-Revival Show mit A4U, die ab 18:15 Uhr für Stimmung sorgt. Kirk Smith, Peter Fässler und Ulf Dirk Mädler, Vladimir Karparov und die Blues Alligators sowie zahlreiche Rapper, Tänzer, Beatboxer und Chöre bringen den Park am Steinplatz in Schwung.

Information: Das Europafest startet um 11 Uhr. Um 12 Uhr eröffnet der Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer (Linke), gemeinsam mit dem Charlottenburg-Wilmersdorfer Stadtentwicklungsstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) das Bühnenprogramm mit einem Europa-Talk.

Restaurant-Tipp: Neuköllner Kneipe Tisk kocht auf höchstem Niveau

Vor einem Jahr hat Martin Müller sein Restaurant „Tisk – die Speisekneipe“ an der Neckarstraße in Neukölln eröffnet. Und unterstreicht damit einmal mehr, wie spannend der Bezirk auch kulinarisch ist. Denn im Tisk gibt es moderne Berliner Küche mit internationalem Einschlag. Hühnersuppe mit Ramen-Nudeln stehen hier so selbstverständlich auf der Karte wie Fischstäbchen mit Remoulade, Broiler mit wahlweise Pommes rot-weiß oder Kartoffelpüree oder Rinderbraten mit Rotkohl und Klößen. Die Karte ist übersichtlich, wechselt aber regelmäßig. Es gibt „Happen“ und „Klassiker“ und zwei Menüs, ein drei- und ein fünf Gang. Das Drei-Gang-Menü kostet 39 Euro, kommt dafür aber auch mit verschiedenen Grüßen aus der Küche.

Die einzelnen Gänge können problemlos gewechselt werden. Zur Vorspeise gibt es einen Bohnensalat mit weißen, dicken und Edamame-Bohnen, dazu verschiedenen Crèmes, kross gebackenem Tapioka und verschiedenen Kräutern. Frisch, leicht, raffiniert gewürzt – kurz: ein perfekter Start. Das Hauptgericht ist eine Neuinterpretation von Berliner Leber. Die ist sous vide gegart und anschließend gebraten, innen cremig und außen kross. Die Zwiebeln sind säuerlich eingelegte Silberzwiebeln und das Kartoffelpüree buttrig-weich. Zum Nachtisch serviert Müller persönlich seine Interpretation des Klassikers Rote Grütze. Im Tisk gibt es sie mit Himbeeressig, Oxalis und Eis. Eine besondere Erwähnung muss auch die Weinbegleitung finden. Perfekt abgestimmt auf das Drei-Gang-Menü, kostet sie 16 Euro. Müllers moderne Interpretation der Berliner Küche gelingt ausnahmslos. Gäste können zudem auch am Bar-Tresen essen und so mit dem Koch, der in einer offenen Küche arbeitet, ins Gespräch kommen. Das Tisk ist wahrlich eine Bereicherung für Neukölln und einen Ausflug wert für Bezirks-Fremde.

Tisk Speisekneipe, Neckarstraße 12, Neukölln, Reservierung unter Telefon: 030/ 398 20 00 00 oder www.tisk-speisekneipe.de

Musik-Tipp: Barocke Klänge auf den Steglitzer Tagen für Alte Musik

Seit 27 Jahren sind die „Internationalen Steglitzer Tage für Alte Musik“ ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Die Konzerte, Kurse und Vorträge wurden 1991 erstmals organisiert zur Förderung Alter Musik des Frühbarock und Barock für Schüler der Musikschule Steglitz-Zehlendorf, Teilnehmer des Wettbewerbs „Jugend musiziert“ sowie Studenten und Interessierte. In jedem Jahr wechseln die Themen und Dozenten. In diesem Jahr findet das Projekt vom 13. bis 19. Mai statt. Erarbeitet wird die Oper L’Olimpiade von Johann Adolph Hasse (1699–1783) szenisch und musikalisch mit Chor und Orchester. Das Eröffnungskonzert am 14. Mai mit Sopranistin Johanna Krumin und dem „Neuen Barocktrio Berlin“ steht unter dem Motto „Das musikalische Europa der Barockzeit“.

Eröffnungskonzert: Di., 14. Mai, 20 Uhr, Gutshaus Steglitz, Schloßstraße 48, Karten 15 bzw. zehn Euro. Abschlusskonzert: So., 19. Mai, 20 Uhr, Rathaus Steglitz, Schloßstraße 37, Karten 15 bzw. zehn Euro.

Geschichts-Tipp: Führung durch den Gedenkort am Krumpuhler Weg

An Billerbecker Weg und Krumpuhler Weg in Tegel liegt ein geschichtsträchtiges Gelände. Im Frühjahr 1942 wurde ein Zwangsarbeiterlager eingerichtet, in dem vor allem Russen, Ukrainer und Weißrussen, und ab 1943 auch Franzosen und italienische Militärinternierte untergebracht waren. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden eine Gartenarbeitsschule und ein Erziehungsheim für Mädchen. Bei einer Führung am 12. Mai erläutert die Historikerin Gertraud Schrage die Geschichte des Areals. Im Zwangsarbeiterlager lebten bis zu 1500 Personen. Betrieben wurde es von den Altmärkischen Kettenwerken, einem Tochterunternehmen von Borsig. Lagergebäude sind noch erhalten. Im Frühjahr 2010 eröffnete ein Gedenkort. Zehn Betonbänke wurden aufgestellt, die mit Texten und Illustrationen zur Geschichte des Geländes versehen sind. 2016 ist in einer alten Baracke ein Informationsraum mit Fundstücken aus der Zeit des Zwangsarbeiterlagers eingerichtet worden.

14 bis 15.30 Uhr, Treffpunkt Eingang Billerbecker Weg 123 A, Anmeldung für die VHS (Re 1003-F) oder im Museum Reinickendorf. Eintritt frei.

Musiktheater-Tipp: Sound-Performance im Ballhaus Naunynstraße

Für die musikalisch-theatrale Performance „Echoing Europe“ haben Zuschauer Gelegenheit, das kulturelle Erbe des in Berlin ansässigen Phonogrammarchivs sowie des Lautarchivs der Humboldt Universität zu erleben. Der Künstler MeLê Yamomo widmet sich dabei der deutschen Kolonialgeschichte und greift auf historische Aufzeichnungen zurück. Ermöglicht wurden sie durch das tragbare Grammophon, mit dem in deutschen Kolonien Tonquellen gesammelt wurden, die jetzt für die wissenschaftliche und geschichtliche Konstruktion Europas und dessen Verhältnis zur Außenwelt genutzt werden. Yamomo bietet eine musikalischen Erzählung aus historischen Tondokumenten und Aufzeichnungen zu den Klangarchiven. Fragen, die er stellt, lauten etwa: Was hören wir heute in diesen Aufzeichnungen, was bedeuten sie für die Konstruktion unseres Bildes von Europa und der europäischen Musiktradition?

Ballhaus Naunynstraße, Naunynstraße 27, 16./17./18. Mai, 20 Uhr, 14, ermäßigt acht Euro.

Vormerk-Tipp: Mit Politikern die Zukunft der Konrad-Wolf-Straße diskutieren

Wie ist es um die Zukunft der Konrad-Wolf-Straße bestellt? Was wird gebaut werden? Wie bleiben die Mieten erschwinglich? Was ist für das Gelände rund um die Stasi-Gedenkstätte geplant? Reichen Kitas, Schulen und Ärzteversorgung? Diese und viele andere Fragen werden Politiker und Fachplaner aus dem Bezirksamt am 18. Mai bei einem Spaziergang vom Hohenschönhauser Tor bis zu den Orankesee-Terrassen beantworten. Der Rundgang erfolgt mit Audioguides, die bis 9.50 Uhr beim Einkaufszentrum am Anfang der Konrad-Wolf-Straße gegen ein Pfand von zehn Euro und Vorlage des Personalausweises ausgegeben werden. Der für Rollstuhlfahrer geeignete Rundgang beginnt um 10 Uhr. Den geplanten Verlauf zeigt die Karte unter http://bit.ly/Bürgerdialog_Althohenschönhausen. Für Hörgeschädigte werden die Ergebnisse auf der Website www.berlin.de/ba-lichtenberg/stadtteildialoge zusammengefasst.

18. Mai, Einkaufszentrum Hohenschönhauser Tor, 10 Uhr.

Ausstellungs-Tipp: Fotografien von Marsha Burns im Haus am Kleistpark

Noch bis 26. Mai sind im Haus am Kleistpark in Schöneberg Bilder von Marsha Burns zu sehen. Mit dieser Fotoausstellung soll an die in Berlin fast vergessene Künstlerin erinnert werden. Marsha Burns war die einzige US-Fotografin, die 1984 im Rahmen der „Werkstatt für Photographie“ an der VHS Kreuzberg zu einem Vortrag eingeladen wurde. Während ihres Aufenthalts in Berlin wurden ihre Arbeiten im Amerika-Haus Berlin ausgestellt.

Burns setzt sich in ihrer Arbeit hauptsächlich mit der klassischen Bildnisfotografie auseinander. Während ihres Aufenthalts in Europa entstanden mit der Großformatkamera zahlreiche inszenierte Porträts von jungen Menschen. Der 2015 geschaffene Projektraum des „Haus am Kleistpark“ wird als Raum des Experiments genutzt. Regelmäßig gibt es dort Buchvorstellungen und Veranstaltungen. Der kuratorische Fokus liegt jedoch auf der Förderung der künstlerischen Fotografie.

Di.-So., 11 – 18 Uhr, Haus am Kleistpark, Grunewaldstraße 6 - 7, Schöneberg, Eintritt frei.