Kultur

Das Berliner Ensemble bekommt eine neue Spielstätte

Das Theater am Schiffbauerdamm hat sich für die kommende Spielzeit viel vorgenommen. Der Intendant präsentierte erstmals das Neue Haus.

Baustellenbegehung: Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles

Baustellenbegehung: Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles

Foto: Jens Kalaene / dpa

Am 19. September, mit Beginn der nächsten Spielzeit am Berliner Ensemble (BE), soll ein Provisorium beendet sein. Das „Kleine Haus“, in dem in den letzten Jahren regelmäßig kleinere Premieren abseits der großen Bühne stattfanden, wird in Zukunft nur noch für den Probebetrieb genutzt. Seine zweite Spielstätte findet das Berliner Ensemble dann im ebenfalls an den Hof des Berliner Ensembles grenzenden Neuen Haus, das 1952 als zunächst eingeschossiger Bau entstand, 1959 aufgestockt wurde und danach vielfältig genutzt wurde. Derzeit laufen die letzten Arbeiten der Generalsanierung.

Kosten betragen 5,5 Millionen Euro

Bei einem ersten Baustellenbesuch am Montag informierte BE-Intendant Oliver Reese über die neuen Räumlichkeiten. Neben einer Bar im Foyer und dem Zuschauerraum im Neuen Haus mit 185 Plätzen entsteht außerdem ein dritter Ort, der sogenannte Werkraum. Er soll Platz für Streitgespräche, Workshops und andere diskursive Formate bieten. Die Kosten für die Generalsanierung belaufen sich laut Resse auf 5,5 Millionen Euro. 2,2 Millionen davon übernimmt die Lotto-Stiftung, den Rest das Land Berlin.

Frank Castorf inszeniert Kästner

Reese gab auch einen inhaltlichen Ausblick auf die kommende Spielzeit. Geplant sind 14 Premieren. Das neue Haus soll am 20. September mit der Inszenierung „Mütter und Söhne“ von Karen Breece eröffnen. Am Großen Haus wird zum Beispiel „Katzelmacher“ nach Rainer Werner Fassbinder in der Regie Michael Thalheimers zu sehen sein. Regisseur Frank Castorf wird dort den Roman „Fabian“ von Autor Erich Kästner inszenieren. Nach Reeses Angaben liegt die Auslastung des Berliner Ensembles in der laufenden Spielzeit bei 81,3 Prozent.