Prozess in Berlin

49-Jähriger soll eigene Ehefrau ermordet haben

Seit Montag seht ein 49-Jähriger aus Neukölln vor Gericht. Er soll seine Frau zunächst vergewaltigt und dann ermordet haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft Sören C. Mord aus niederen Beweggründen vor (Archivbild).

Die Staatsanwaltschaft wirft Sören C. Mord aus niederen Beweggründen vor (Archivbild).

Foto: Sven Braun / dpa

Berlin. Die Beziehung der Eheleute C. aus Neukölln war zumindest in ihrer Endphase geprägt von Streit und Gewalt. Mehrfach musste die Polizei einschreiten, auch die Justiz wurde aktiv. Den letzten Gewaltausbruch im Oktober vergangenen Jahres überlebte die Ehefrau nicht. Einsatzkräfte fanden die 54-Jähriger erstochen im Schlafzimmer ihrer Wohnung. Verantwortlich für den gewaltsamen Tod soll der Ehemann sein, seit Montag steht der 49-Jährige vor Gericht.

Mord aus niederen Beweggründen wirft die Staatsanwaltschaft Sören C. vor. Es ist allerdings nicht der einzige Vorwurf, gefährliche Körperverletzung und Vergewaltigung kommen noch hinzu. Es muss eine wahre Gewaltexplosion gewesen sein, die sich am frühen Morgen des 7. Oktober 2018, einem Sonntag, in der Wohnung des Paares an der Jansastraße abspielte.

Wenn die Anklage der Staatsanwaltschaft zutrifft, hat C. seine Frau in der Nacht zunächst bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen und dann gefesselt. Anschließend soll er die 54-Jährige in besonders niederträchtiger Weise vergewaltigt haben, sein Vorgehen spottet dabei jeder Beschreibung. Die Staatsanwaltschaft spricht von einer das Opfer ganz besonders erniedrigenden Behandlung, wobei diverse Werkzeuge zum Einsatz kamen. Schließlich soll der 49-Jährige seiner Frau mit einem Küchenmesser mehrere Stiche in den Oberkörper versetzt haben. Dabei wurde unter anderem die Hauptschlagader zerfetzt, die Frau verblutete noch am Tatort.

20-jährige Tochter alarmierte Polizei und Feuerwehr

Offenbar von bösen Vorahnungen getrieben versuchte die 20-jährige Tochter der Ehefrau in der Nacht mehrfach, ihre Mutter zu erreichen. Als es ihr gegen 4 Uhr trotz verzweifelter Versuche nicht gelang, die Wohnungstür zu öffnen, alarmierte sie Polizei und Feuerwehr. Einsatzkräfte öffneten schließlich die Wohnungstür, im Inneren bot sich ihnen ein schreckliches Bild.

Die 54-Jährige lag tödlich verletzt im Schlafzimmer, auch den Ehemann fanden die Beamten vor, er war bewusstlos und wurde in eine Klinik gebracht. Sehr schnell geriet Sören C. untere Verdacht, schon einen Tag später erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehl. Ob der 49-Jährige nach der Tat versucht hat, sich selbst zu umzubringen, ist bislang ungeklärt und einer der Punkte, die in dem Prozess geklärt werden müssen.

Staatsanwaltschaft geht von Racheakt aus

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat ein Racheakt des Ehemannes war. Denn das Opfer hatte ihn zuvor wegen gewalttätiger Übergriffe angezeigt und einen Beschluss nach dem Gewaltschutzgesetz erwirkt, der dem Ehemann das Betreten der gemeinsamen Wohnung untersagte. Für den Prozess vor einer Schwurgerichtskammer des Landgerichts sind acht Verhandlungstage angesetzt, Fortsetzung ist am 9. Mai.