Bewaffnung

Neue Dienstpistolen der Polizei im Einsatz

Bei der Berliner Polizei sind die neuen Dienstpistolen SFP9 im Einsatz. Probleme gibt es hingegen noch beim neuen Sturmgewehr.

Die neuen Dienstwaffen SFP9 sind bei der Polizei seit dem 1. April im Einsatz.

Die neuen Dienstwaffen SFP9 sind bei der Polizei seit dem 1. April im Einsatz.

Foto: Daniel Karmann/dpa

Berlin.  Lange ist über die neue Dienstpistole der Berliner Polizei SFP9 vom Hersteller Heckler & Koch gestritten worden. Erst konnte die Waffe nicht ausgeliefert werden, dann waren die ersten gelieferten Pistolen auch noch fehlerhaft. Nun sind die Probleme beseitigt. Schwierigkeiten gibt es hingegen noch mit dem Sturmgewehr.

Schulungen sollen bis Dezember 2021 abgeschlossen sein

Anfang April hat die Berliner Polizei mit großflächigen Schulungen an der neuen Dienstwaffe SFP9 begonnen. Jeden Monat sollen 15 Lehrgänge für insgesamt 180 Dienstkräfte stattfinden. Das soll später Stück für Stück gesteigert werden. Im Dezember 2021 sollen alle Berliner Polizisten an der Waffe ausgebildet worden sein.

Polizeischüler schießen auch mit neuer Waffe

An der Polizeiakademie sind die Kontingente höher: Dort sollen pro Halbjahr etwa 300 bis 400 Nachwuchskräfte aller Laufbahngruppen an der neuen SFP9 ausgebildet werden. Ab Herbst 2019 sollen die neuen, gerade mit ihrer Ausbildung fertig gewordenen Polizeischüler, dann standardmäßig mit der SFP9 im Einsatz sein.

Gewerkschaft begrüßt Pläne der Polizei

Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, sagte der Berliner Morgenpost: „Wir freuen uns, dass man unserem Vorschlag gefolgt ist und die Kollegen endlich Stück für Stück geschult werden.“

Die Berliner Polizei hatte extra Testschützen zum Waffenhersteller Heckler & Koch in Oberndorf (Baden-Württemberg) geschickt. Diese Beamten sollen die neue Dienstpistole SFP 9 einschießen. Damit reagiert die Behörde auf die massiven Probleme, die es mit den ersten Lieferungen der neuen Waffe gegeben hatte. Teilweise mussten mehr als 60 Schüsse abgefeuert werden, bevor sich eine „stabile Treffpunktlage“ einstelle. Insgesamt will die Behörde 24.000 neue Dienstwaffen beschaffen. Bis zum Herbst dieses Jahres soll die Hälfte der Waffen da sein.

Probleme mit Sturmgewehren

Probleme gebe es laut GdP aber weiterhin mit den neuen Sturmgewehren MCX, von denen mehr als die Hälfte an den Hersteller SigSauer zurückgeschickt werden musste. Alle drei Bereitschaftspolizeiabteilungen sollen jeweils 100 des MCX-Sturmgewehres bekommen. Die Behördenleitung teilte in einer internen Mitteilung an die Beamten lediglich mit, dass Beschulungen am Gewehr MCX planmäßig am 1. April 2019 auf dem Truppenübungsplatz Lehnin begonnen hätten.

„Nicht nachvollziehbar ist, dass man auf Teufel komm raus am MCX ausbilden möchte“, kommentierte GdP-Sprecher Jendro. „Sig Sauer hat eine Vielzahl der Sturmgewehre bisher nicht funktionstüchtig liefern können, so dass wir momentan gar keine Waffen haben, um sie den Kollegen an die Hand zu geben“, so Jendro weiter