Neue Stabsstelle

So will Berlin jetzt seine Schulen digitalisieren

Vier Mitarbeiter in der Bildungsverwaltung sollen Berlins Schulen und Bezirken beim Aufbau der IT-Struktur helfen.

 Schüler einer 7. Klasse lernen mit iPads im Matheunterricht. (Archivbild)

Schüler einer 7. Klasse lernen mit iPads im Matheunterricht. (Archivbild)

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Das Geld aus dem Digitalpakt soll für Berlins Schulen schnell fließen. „Zum kommenden Schuljahr 2019/20 sollen die ersten Investitionsmaßnahmen in Höhe von voraussichtlich 38 Millionen Euro aus dem Pakt für eine bessere IT-Ausstattung erfolgen“, heißt es jetzt in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Linken-Abgeordneten Regina Kittler und Tobias Schulze zur „Umsetzung des Digitalpakts in Berlin“. Insgesamt sollen Berlins Schulen in den nächsten sechs Jahren 257 Millionen Euro erhalten.

Allerdings ist das Prozedere, wie eine Schule an das fördernde Geld kommt, nicht ganz einfach. Denn in Berlin sind die Bezirke als Träger der öffentlichen Schulen für die Beantragung der IT-Entwicklungskonzepte zuständig. Grundlage dieser Anforderungen sind allerdings die Medienkonzepte, die wiederum die jeweiligen Schulen beim Bezirk einreichen.

In der Anfrage bestätigt die Senatsverwaltung für Bildung, die Bezirke seien „sehr heterogen auf die Umsetzung des Digitalpakts vorbereitet“. Das heißt, einige Bezirke sind noch gar nicht auf auf das Thema eingestellt. „Deshalb haben wir uns entschieden, hier zur Beratung der Bezirksämter eine Stabsstelle einzurichten“, sagte nun die Staatssektretärin für Bildung, Beate Stoffers.

Es geht um den Ausbau der schulinternen IT-Infrastruktur

Diese Stabsstelle in ihrer Verwaltung werde anfangs vier Stellen haben. Außerdem werde man auf längere Sicht ein Referat zur „Digitalen Bildung“ aufbauen. Dazu kämen noch die Regionalbetreuer vor Ort, die auch die Bezirke und Schulen unterstützten. Die Bezirke klagen darüber, dass ihnen die Förderrichtlinien für den Digitalpakt noch nicht vorliegen – und sie deshalb nicht wissen, nach welchen Kriterien sie eingehende Vorschläge und Ideen für ein IT-Entwicklungskonzept verwerten sollen.

Tatsächlich werden diese Förderrichtlinien für Berlin im Moment vom Bund geprüft. Klar ist, dass es beim Digitalpakt um einen Ausbau der schulinternen IT-Infrastruktur geht. Der Anschluss einer Schule ans Breitbandnetz wird dagegen nicht aus dem Digitalpakt finanziert.

Aber kann es nicht dank des Digitalpakts IT-Basisausstattung für alle Berliner Schulen geben? Nein, so die Reaktion aus Senatsbildungsverwaltung. Denn der Bund fordere ein „pädagogisches Medienkonzept“, das von jeder Schule in Hinblick auf den spezifischen Bedarf erstellt werde. „Die Pädagogen vor Ort müssen sich damit beschäftigen“, bekräftigte Staatssekretärin Stoffers. Jede Schule müsse ihre eigenen Schwerpunkte setzen. „Die eine setzt vielleicht mehr auf Hardware und die andere sagt, nein, mir ist jetzt Wlan ganz wichtig.“

Konzepte der Schule werden vom Senat geprüft

Allerdings hängt es damit sehr stark von der Schulleitung und dem Kollegium ab, ob Gelder des Digitalpakts beantragt werden. In der Senatsverwaltung für Bildung geht man davon aus, dass alle Berliner Schulen an einer Digitalisierung interessiert sind. Einige Bildungseinrichtungen hätten sich ja auch schon früh auf den Weg gemacht. Man werde sicherlich keine Schule ausbremsen, die schnell ein tragfähiges Medienkonzept vorweisen könne. „Das wäre demotivierend“, sagte Stoffers. Nachdem die Medienkonzepte beim Bezirk einreicht wurden, werden sie von der Senatsverwaltung geprüft.