Gericht

Prozess in Berlin – Mann soll IS unterstützt haben

Der Angeklagte hatte offenbar Verbindungen zur Fussilet-Moschee in Moabit. Dort verkehrte auch der Breitscheidplatz-Attentäter Amri.

Eine Justitia-Büste ist an der Fassade des Landgerichts eines Gerichts (Symbolbild)  Foto: Ina Fassbender/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Justitia-Büste ist an der Fassade des Landgerichts eines Gerichts (Symbolbild) Foto: Ina Fassbender/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Foto: Ina Fassbender / dpa

Ab dem kommenden Dienstag muss sich ein 30-jähriger Mann aus der russischen Föderation wegen der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland vor dem Berliner Kammergericht verantworten. Das teilte die Polizei Brandenburg mit. Yusup B. wird auch die Bildung und Unterstützung einer terroristischen Vereinigung und Beihilfe zum Betrug vorgeworfen. Umfangreiche Ermittlungen des Landeskriminalamtes Brandenburg (LKA) und der Berliner Generalstaatsanwaltschaft hatten zu der Anklage geführt. Für den Prozess unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen sind 16 Verhandlungstage angesetzt.

Mehrere Tausend Euro in das Krisengebiet nach Syrien

Während seines etwa dreieinhalbjährigen Aufenthalts in Deutschland soll der Angeklagte Anhänger der terroristischen Vereinigung Islamischer Staat (IS) unter anderem mit Geldsendungen von mehreren Tausend Euro in das Krisengebiet nach Syrien unterstützt haben. Nach Angaben der Polizei in Brandenburg sorgte er für die Sammlung, Verteilung und Übersendung des Geldes. Zudem soll er auch Gegenstände und im Einzelfall persönliche Dinge beschafft haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zudem vor, Sympathisanten des IS bei der Ausreise aus Deutschland nach Syrien unterstützt zu haben.

Sozialhilfe für Bewaffnung von IS-Kämpfern verwendet

Offenbar wurde auch Sozialhilfe für die Bewaffnung und die Ausrüstung von IS-Kämpfern verwendet. Wie das Kammergericht schreibt, hatte ein weiterer Mann die Bundesrepublik 2014 verlassen, um sich dem Islamischen Staat in Syrien anzuschließen. Dabei soll er die Ausreise nicht dem Landesamt mitgeteilt haben, so dass ihm weiterhin Sozialleistungen überwiesen worden sein soll. Damit habe er seine Bewaffnung und Ausrüstung finanziert. Der Angeklagte Yusup B. soll rund 5000 Euro vom Konto abgehoben und an diesen Mann oder Unbekannte weitergeleitet haben, obwohl er von der geplanten Verwendung wusste.

Angeklagter lebte bis 2015 in Strausberg

Er soll in Berlin und Brandenburg in ein islamistisches Netzwerk mit Verbindungen zur damaligen Fussilet-Moschee in Moabit eingebunden gewesen sein, wo auch der Breitscheidplatz-Attentäter Anis Amri verkehrte. Eine achtköpfige Ermittlungsgruppe brachte den Weg des Angeklagten von seinem ersten Aufenthalt in Deutschland bis in die Niederlande in Erfahrung, wo er verhaftet wurde. Demnach reiste Yusup B. mit Frau und Kind 2011 nach Deutschland ein und beantragte Asyl. Der Antrag wurde 2013 abgelehnt, wogegen der Angeklagte Widerspruch einlegte. Im Frühjahr 2015 verließ er Deutschland. Zu dieser Zeit lebte er in Strausberg (Märkisch-Oderland).