Vorwürfe

Tod eines Israelis: Wurde die Familie zu spät informiert?

Ein Israeli wurde tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Die Angehörigen beschweren sich, dass sie zu spät informiert wurden.

Ein Fahrzeug der Polizei ist im Einsatz. (Symbolbild)

Ein Fahrzeug der Polizei ist im Einsatz. (Symbolbild)

Foto: Jens Wolf / dpa

Die Berliner Polizei sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, Angehörige zu spät über den Tod eines israelischen Touristen informiert zu haben. Ein 36 Jahre alter Israeli war Karfreitag tot in seinem Hotelzimmer in Schöneberg aufgefunden worden. Mehrere israelische Medien berichteten, dass die Angehörigen zu spät über den Fund informiert worden seien.

Ein Polizeisprecher sagte der Berliner Morgenpost, dass der Vorfall gerade untersucht werde und man recherchiere, wann man die israelische Botschaft informiert habe. Die Todesursache sei laut Polizei noch unbekannt. Es gebe aber keine konkreten Hinweise auf ein Verbrechen, hieß es weiter. Die Leiche soll jetzt obduziert werden.

Familie veröffentlichte Suchanzeige

Der Israeli soll am Mittwoch in Berlin angekommen sein, schrieb die „Times of Israel“ mit Berufung auf die Familie des Israelis. Weil er ab Donnerstag nichts mehr von sich hören ließ, meldete sich die Familie bei der israelischen Botschaft und den Polizeibehörden, außerdem veröffentlichte sie eine Suchanzeige im Internet.

Am Dienstag teilte das israelische Außenministerium mit, dass es über den Tod des Mannes informiert worden sei. Die israelische Nachrichtenseite „ynet“ zitierte den Vater des 36-Jährigen mit den Worten: „Die Familie hat die ganzen Feiertage über gelitten und die ganze Zeit versucht, ihn zu finden.“ Er kritisierte, man habe von deutscher Seite kaum offizielle Informationen zum Tod seines Sohnes erhalten. Aus der Behörde hieß es, dass noch nicht klar sei, zu welchem Zeitpunkt die Identität des Toten geklärt war.