Wirtschaft

Fachkräftemangel in Berlin verschärft sich laut neuer Studie

Viele Berliner Unternehmen leiden schon heute unter Fachkräftemangel. Für sie hat die IHK nun keine guten Nachrichten..

Fachkräftemangel: Charité arbeitet mit Pflegekräften aus Albanien und Mexiko

Die Berliner Klinik Charité lässt sich Fachkräfte aus dem Ausland als Pflegepersonal vermitteln.

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Der Fachkräftemangel in Berlin verschärft sich. Einer neuen Studie zufolge stieg die Fachkräftelücke von 121.000 im Jahr 2018 auf 141.000 in diesem Jahr. Für 2030 wird sogar eine Lücke von 232.000 qualifizierten Beschäftigten prognostiziert, die in Unternehmen gebraucht werden, aber nicht zur Verfügung stehen. Das geht aus dem neuen Fachkräftemonitor der Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin hervor, dessen Kernergebnisse der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Demnach wird das Angebot an Fachkräften in Berlin in der nächsten Dekade deutlich sinken. 2030 werden dem Arbeitsmarkt der Prognose zufolge rund 303.000 weniger Fachleute zur Verfügung stehen als heute. Die Lage verschärft sich voraussichtlich insbesondere ab 2025 - mit dem Renteneintritt der sogenannten Babyboomer.

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Fachkräftemangel „größtes wirtschaftliches Risiko“

Zu der am stärksten betroffenen Branche - 2019 ebenso wie 2030 - zählt laut Fachkräftemonitor der Dienstleistungssektor. Besondere Lücken tun sich demnach in Büro- und Sekretariatsberufen, bei Erziehern, in sozialen und hauswirtschaftlichen Berufen und der Theologie auf. Vom Fachkräftemangel stark betroffen sind zudem Berufe in der Unternehmensorganisation und im Personalwesen.

Auch in der regelmäßig erhobenen IHK-Konjunkturumfrage macht sich der Fachkräftemangel immer stärker bemerkbar. Bei der Frage nach den Risiken für ihre wirtschaftliche Entwicklung stieg der Anteil der Unternehmen, die den Fachkräftemangel nennen, in den letzten Jahren kontinuierlich. „Mittlerweile stellt der Fachkräftemangel für die Berliner Unternehmen das größte wirtschaftliche Risiko dar“, warnt die IHK.

Digitalisierung dämpft Fachkräftemangel nur mäßig

„Wir müssen uns also alle auf schwierige Zeiten einstellen“, sagte Kammerpräsidentin Beatrice Kramm mit Blick auf die neue Analyse. „Sicherlich wird uns die Digitalisierung ein Stück weit in die Hände spielen, weil einige Bedarfe durch sie gemildert werden.“ Dennoch werde der Fachkräftebedarf das Angebot künftig deutlich übersteigen.

„Betroffenen Unternehmen kann man nur raten, frühzeitig aktiv zu werden, beispielsweise indem sie rechtzeitig in Aus- und Weiterbildung investieren“, so Kramm. Die Prognosen belegten aber auch Handlungsbedarf der Politik. „Sie muss die Rahmenbedingungen für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Dazu gehören zum Beispiel ausreichend gut ausgestattete Kitas mit flexiblen Öffnungszeiten.“