Berlins Bezirke

Das sind die Tipps zum Wochenende in Berlin

Ausgehen nur in Mitte? Weit gefehlt. Das Veranstaltungsangebot ist in allen Berliner Stadtteilen vielfältig. Eine Auswahl.

Die Lamaspaziergänge finden an Wochenenden statt.

Die Lamaspaziergänge finden an Wochenenden statt.

Foto: Karl Broeseke

Mit Henne Hanni hinein in die verrückte Hasenwelt im FEZ

Auf die Ideen muss man erst mal kommen. Wer Lust hat auf jede Menge Eiertanz, Hasenkegeln, Pfannkuchen-Rennen und Kino im Ei, der ist im FEZ richtig. Ziemlich ausgelassen geht es dort bis zum 28. April zu. Das Kinder- und Jugendzentrum in der Wuhlheide verwandelt sich in den Osterort Hasenhausen. Dort trifft man auf die Henne Hanni, die Hasenfamilie Bunny und sogar auf eine kleine Hexe. Dieses Jahr steht nämlich die Osterwelt Kopf, und alles ist etwas verkehrt. Ein Highlight sind sicher die Osterspaziergänge mit der Bunny-Band und Henne Hanni. Bis Ostermontag gibt es ganz traditionell Musik, Tanz, Spiele und Ostereiersuche im Hasenhausener Mini-Regenwald. Anschließend erfreuen sich alle an einem Osterfeuer mit Stockei. Wer Lust hat, kann in den Hasenhausener Osterwerkstätten Ruten und Ostergeschenke aus Papier, Ton und Naturmaterialien basteln.

Sbd., So., Feiertage, 12 – 18 Uhr. Straße zum FEZ 2, Treptow-Köpenick, Eintritt: vier Euro, Familien ab drei Pers.: 3,50 Euro p.P. Ferienticket: 16 Euro p.P.

Das Gemäldegalerie in Mitte macht Kinder zu Künstlern

In jedem Kind steckt ein Künstler. Dieser Workshop am heutigen Sonnabend im Rahmen der Ausstellung „Mantegna und Bellini“ in der Gemäldegalerie lädt Sechs- bis Zwölfjährige ein, ihre kreative Ader auszuleben. Schon bei den beiden Renaissancekünstlern hat die enge Zusammenarbeit zu Ähnlichkeiten in den Bildern geführt. Die Kinder werden angeregt, genau diese Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten. Doch mit welchen Tricks können sie selbst die Ideen der Malermeister stibitzen? In der Kopierwerkstadt der Gemäldegalerie wird vergrößert, verkleinert, verschoben und verfremdet. Die Kinder übertragen mit Schablonen oder Rasterzeichnung Motive aus Gemälden, arbeiten mit Lichtpult und Kamera und arrangieren eigene Bilder.

14 – 16 Uhr, Gemäldegalerie, Matthäikirchplatz, 10785 Tiergarten. Weitere Termine: Sbd., 27. April, Sbd., 4. Mai, Sbd., 11. Mai. Treffpunkt: Information, Kosten: neun Euro, freier Eintritt ins Museum für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr. Wegen begrenzter Teilnehmerzahl ist eine
Anmeldung erforderlich.

Spannende Geschichten für Kinder in der Pablo-Neruda-Bibliothek

Die Bezirkszentralbibliothek an der Frankfurter Allee etabliert sich immer stärker auch als Kulturort. Der jüngst eröffnete Werkraum etwa bietet wie ein Labor Bildungsmöglichkeiten für Schüler und das Umfeld für Diskussionsveranstaltungen Erwachsener. Dienstags will die Bücherei Kinder anziehen. Dann sind die Vorleserinnen und Vorleser von Lesewelt Berlin e.V. zu Gast. Der seit dem Jahr 2000 tätige Verein wendet sich besonders an jene, in deren Familien weder gelesen noch vorgelesen wird. Ihnen soll durch die wöchentliche Vorlesestunde die Faszination guter Geschichten und gehaltvoller Bücher nahe gebracht werden. Als weiteren Anreiz bekommen die Kinder zwischen vier und zwölf Jahren nach jeder zehnten Lesewelt-Vorlesestunde ein Buch geschenkt. Wer Lust hat, bleibt danach in der Bibliothek, in der es auf vier Etagen 100.000 Bücher und Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gibt, und versorgt sich mit Stoff für daheim.

Pablo-Neruda-Bibliothek, Frankfurter Allee 14a, Friedrichshain, dienstags von 16 bis 17 Uhr, ohne Anmeldung, Eintritt frei

Ein königliches Café zwischen Klosterrosen und Kuchenbaum

Wohl selten ist der Weg zu einem Café so grün, so bunt und so spannend. Klosterrose, Zwergflieder und Kuchenbaum stehen am Rand, die Stern-Magnolie blüht gerade, auch einige Zwergobstbäume. In der Königlichen Gartenakademie an der Altensteinstraße ist der Besuch des Cafés zugleich eine Inspirationsquelle. Blumen und Bäumchen können für zu Hause ausgesucht und gekauft werden.

Gartenarchitektin Gabriella Pape hat das einst verfallene Gelände der Königlichen Gartenlehranstalt von Joseph Peter Lenné und die mehr als 100 Jahre alten Gewächshäuser vor fast zehn Jahren vor dem Verfall gerettet. Heute ist im alten Ananashaus ein Restaurant eingerichtet, das einen einmaligen Charme besitzt. Besucher sitzen im Gewächshaus oder auf der Terrasse. „Vom Küchengarten in die Gartenküche“ – das ist das Motto der Gastronomie. „Das Café ist wie der Garten drumherum – a celebration of seasons“, sagt Gabriella Pape, die in London studiert und lange Jahre in England gelebt hat.

Ihr Chefkoch verwöhne die Gäste mit einem respektvollen Blick auf die Slow-Food-Philosophie, erzählt sie. Es gebe eine saisonale, italienisch beeinflusster Küche, die immer vegetarischer werde. Bei unserem Besuch standen unter anderen eine „Vegane Tofu Bowl“ mit Süßkartoffeln, Radieschen, Zuckerschoten, Erdnüssen und Minzöl (13,50 Euro) und Linguine Pasta mit Garnelen, Kapern, Chili, Salzzitrone und Basilikum (14,30 Euro) auf der Tageskarte. Beide Gerichte waren frisch, knackig, heiß und verfeinert mit besonderen Aromen. Gemüse und Garnelen waren auf dem Punkt gegart – in der entspannten und ungezwungenen Atmosphäre des Gewächshauses das perfekte Geschmackserlebnis. Es gibt viel Personal, das umsichtig und schnell ist. Wer zum Kaffeetrinken kommt, hat Torten wie Blaubeerschmand, Schoko-Orange oder Mango-Marzipan zur Auswahl.

„Das Café in der Gartenakademie“, Altensteinstraße 15a, Dahlem, Dienstag bis Sonntag, 10-18.30 Uhr, Montag geschlossen, Tel: 030-832 209 029

Osterfeuer und Lamaspaziergänge im Tierpark Friedrichsfelde

Blühende Frühlingsblumen und süßer Tier-Nachwuchs: Am heutigen Sonnabend bietet der Tierpark Friedrichsfelde wieder seine abendliche Entdeckertour. Im Anschluss können sich die Besucher bei einem gemütlichen Osterfeuer am Schloss Friedrichsfelde von der kalten Jahreszeit verabschieden. Leckeres Stockbrot und kleine süße Überraschungen dürfen dabei nicht fehlen. Für diese abendliche Veranstaltung ist nur eine sehr begrenzte Anzahl an Tickets verfügbar. Zu den regulären Öffnungszeiten können kleine und große Gäste ab Ostern an Wochenenden und Feiertagen jeweils 14.30 Uhr mit Lamas spazieren gehen, sich von der täglich stattfindenden Greifvogel-Show begeistern lassen oder den Katta-Jungtieren und dem Eisbären-Mädchen Hertha einen Besuch abstatten.

18.30 bis 21 Uhr, Tierpark Berlin, Am Tierpark 125, Treffpunkt: Eingang Bärenschaufenster, Tickets kosten zehn Euro pro Kind, 15 Euro pro Erwachsener, und sind an der Jahreskartenkasse oder unter www.tierpark-berlin.de erhältlich.

Ausgeblendet. Der Umgang mit NS-Täterorten in West-Berlin

Im Stadtbild Berlins finden sich inzwischen zahlreiche Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Mahnmale, die an die nationalsozialistischen Verbrechen erinnern. Als einstige Hauptstadt des „Großdeutschen Reiches“ wurde Berlin besonders stark von der Zeit des Nationalsozialismus geprägt. Der Einrichtung vieler Erinnerungsorte ging aber eine lange Geschichte des Ausblendens und Verschweigens voraus. Gerade, wenn es sich um Täterorte handelt. Bis zum 29. September erzählt eine Ausstellung im Gedenkort SA-Gefängnis Papestraße von dem schwierigen Prozess und dem großen Engagement einzelner Menschen und Initiativen für eine Erinnerungskultur. Veranstalter sind das Aktive Museum, Faschismus und Widerstand in Berlin e.V. und die Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz.

Di.– Do., So., 14 bis 18 Uhr. Mo. und Fr. geschlossen. SA-Gefängnis Papestraße, Werner-Voß-Damm 54a, Tempelhof-Schöneberg. Ostern nur am Sonntag, 21. April, geöffnet, 14 - 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Kulturbrauerei erlaubt fotografische Zeitreise in die Jahre nach der Wende

Wie erlebten die Ostdeutschen die Nachwendejahre bis 1995? Eine kostenfreie Fotoausstellung des Bildkünstlers Daniel Biskup im Museum in der Kulturbrauerei unter dem Titel „Nach dem Mauerfall“ zeigt den Alltag im Umbruch. In den Aufnahmen kommt der Gewinn an Freiheit ebenso zum Ausdruck wie der Verlust der vertrauten Lebensbedingungen. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung dokumentieren Biskups Bilder schmerzliche wie schöne Aspekte der neuen Epoche und geben dem Betrachter ein Gefühl für die Plötzlichkeit und Radikalität der Veränderung. Sein Thema fand der gebürtige Bonner während des Mauerfalls und der Wiedervereinigung, als ihm seinen Momentaufnahmen zu Bekanntheit verhalfen. Auf Wunsch können sich Besuchergruppen im Museum auch von Fachleuten des Hauses begleiten lassen und Erklärungen zu den Hintergründen der Szenen bekommen. Empfohlen wird dieses einstündige Angebot vor allem für Schulklassen.

Di-So, 10 bis 18 Uhr, Museum in der Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, 10435 Berlin, Prenzlauer Berg. Eintritt frei, Tel: (0 30) 4 67 77 79 11