Modellprojekt

Housing First: 19 Obdachlose haben Mietvertrag

Ziel ist es, in den kommenden drei Jahren 80 Obdachlosen eine Mietwohnung zu vermitteln.

Das Projekt Housing First soll Obdachlose von der Straße holen.

Das Projekt Housing First soll Obdachlose von der Straße holen.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Ein halbes Jahr nach dem Start des Modellprojekts „Housing First“ hat Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) eine positive Bilanz gezogen. 19 obdachlose Menschen haben seit Oktober 2018 eine Wohnung bekommen und einen Mietvertrag abgeschlossen. „Damit sind auch Hilfsangebote verbunden“, so die Senatorin bei einer Vorstellung der Ergebnisse am Mittwoch.

Das Projekt wird von der Berliner Stadtmission, der Neue Chance gGmbH und dem Sozialdienst katholischer Frauen e.V. realisiert. Die Träger akquirieren Wohnungen und betreuen die ehemals Obdachlosen. Man habe einen Kooperationsvertrag mit der Gewobag, ein Vertrag mit der Gesobau sei kurz vor dem Abschluss, sagte Sebastian Böwe von der Neue Chance gGmbH. „Die Deutsche Wohnen hat uns fünf Wohnungen fest zugesichert.“

Eine eigene Wohnung nach mehreren Jahren

Für elf obdachlose Menschen sei eine Wohnung gefunden worden. Für fünf weitere bereite man den Einzug vor. „Wir haben acht alleinstehende Frauen in eine Wohnung mit eigenem Mietvertrag gebracht“, sagte Beate Vetter-Gorowicz vom Sozialdienst katholischer Frauen. „Die Wohnungen liegen in Spandau, Hellersdorf, Kreuzberg, Wedding, Charlottenburg und Britz.“

Seit 15. März habe sie eine Wohnung durch „Housing First“, erzählte die 29-jährige Kassandra aus Hellersdorf. „Ich kann es immer noch nicht fassen. Es ist ein Super-Gefühl.“ Sie sei zuvor fünf Jahre obdachlos gewesen, habe in einer Unterkunft für betreutes Wohnen gelebt und in einer Notunterkunft für Frauen.

Voraussetzung ist Finanzierung der Miete etwa durch Sozialleistungen

Ziel des Modellprojekts ist, innerhalb von drei Jahren bis zu 80 Menschen, die auf der Straße leben, eine Mietwohnung zu vermitteln. Voraussetzung ist, dass die Finanzierung der Miete durch Lohn, Rente oder durch Anspruch auf Sozialleistungen gesichert ist. 2019 stellt der Senat 195.000 Euro für das Projekt zur Verfügung. Eine Evaluierung sei vorgesehen, sagte Senatorin Breitenbach.