Haben Sie das gesehen?

Grell-grünes Leuchten: Meteor rast über Berlin

Um 23.50 Uhr zog eine Feuerkugel über Berlin hinweg. Ihr Leuchten endete über Hamburg.

Dieses Bild zeigt einen Meteor über Indien. So ähnlich sah auch der Meteor aus, der in der Nacht zu Mittwoch über Deutschland zu sehen war. (Archivbild)

Dieses Bild zeigt einen Meteor über Indien. So ähnlich sah auch der Meteor aus, der in der Nacht zu Mittwoch über Deutschland zu sehen war. (Archivbild)

Foto: Prasenjeet Yadav

In der Nacht zu Mittwoch ist ein Meteor über Berlin hinweggerast. Um 23.50 Uhr sei eine sogenannte Feuerkugel über dem Westen Berlins am Nachthimmel zu sehen gewesen, sagte Dieter Heinlein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) der Berliner Morgenpost. Zunächst hatte „RBB 88.8“ berichtet. Rund 40 Augenzeugenberichte bzw. Meldungen seien eingegangen.

„Es handelt sich entweder um ein Kometenfragment oder ein Asteroidenbruchstück“, so Heinlein. Der Leiter des DLR-Feuerkugelnetzwerks wolle nun die Aufnahmen von verschiedenen Stationen auswerten. „Wir wollen mal schauen, worum es sich genau handelt“, sagte er. „In den kommenden Tagen wird nach möglichen Resten gesucht.“

Im Forum „Meteoros“ haben Beobachter Fotos und Videos vom über Deutschland sichtbaren Meteor gepostet.

Meteor über Berlin erleuchte sekundenlang den Nachthimmel

Es sei nicht ganz ausgeschlossen, dass einzelne Stücke auf dem Boden aufgeschlagen sind. „Größtenteils ist das Objekt in der Atmosphäre verglüht. Klar ist, dass es sich um ein Objekt aus dem Weltall handelt, das mit der Erde zusammengestoßen ist. Es haben sich zufällig die Bahnen gekreuzt.“ Sonderlich ungewöhnlich sei das aber nicht. Sternschnuppen etwa seien häufiger zu sehen, das allerdings nur für eine halbe Sekunde bis Sekunde, zudem leuchteten diese deutlich schwächer. Die in der Nacht gesichtete Feuerkugel hingegen machte den Nachthimmel über Deutschland örtlich plötzlich deutlich heller. „Die meisten Menschen meldeten eine Leuchtdauer von drei bis vier Sekunden“, so Heinlein.

Feuerkugel war 70.000 Stundenkilometer schnell

Meldungen habe es vor allem aus Norddeutschland, den Niederlanden und Dänemark gegeben. Auch in Berlin machten Menschen entsprechende Beobachtungen. „Wer 100 bis 200 Kilometer entfernt war vom Bereich, an dem die Feuerkugel aufgeleuchtet ist, konnte das Ereignis gut sehen, sofern der Himmel klar war“, sagte Heinlein. Am besten wahrzunehmen sei die Erscheinung zwischen Salzwedel und Hamburg gewesen.

Eine solche Leuchtkugel erreiche eine Geschwindigkeit von durchschnittlich 20 bis 30 Kilometer pro Sekunde. Das entspreche rund 70.000 Stundenkilometern. Das Objekt werde aber deutlich abgebremst, wenn es die Erdatmosphäre trifft. „Alle paar Jahre erreichen die Reste so eines Objekts mal den Erdboden. Die schlagen aber mit sehr geringer Geschwindigkeit auf, etwa mit 200 Kilometern pro Stunde.“

Auch bei Twitter berichten Nutzer über ihre Beobachtungen. „War das gerade ein Meteorit über der Südstadt von Neubrandenburg?“, fragt zum Beispiel @mourix. „War definitiv größer als eine Silvesterrakete und ging von Osten kommend Richtung Tollensesee schräg runter mit grellgrünlichem Licht.“

Auch @MMV_BN schreibt: „Über Halle/Saale konnte man vor ein paar Minuten etwas grell-grünlich Leuchtendes sehen. Es war rasend schnell. Sah aus wie ein Meteorit. Wer hat noch so eine Beobachtung gemacht?“ - Woraufhin Zophph antwortet: „Ich habe ihn von Berlin aus gesehen.“