Warnstreik

Karstadt-Sports-Mitarbeiter legen am Mittwoch Arbeit nieder

18 Filialen in ganz Deutschland sollen bestreikt werden. Auch drei Häuser in Berlin und Brandenburg betroffen.

Die Gewerkschaft Verdi will am Mittwoch die Warenhauskette Karstadt Sports bestreiken. Auch drei Häuser in Berlin und Brandenburg sind betroffen.

Die Gewerkschaft Verdi will am Mittwoch die Warenhauskette Karstadt Sports bestreiken. Auch drei Häuser in Berlin und Brandenburg sind betroffen.

Foto: Jan-Philipp Strobel / dpa

Berlin.  Die Gewerkschaft Verdi hat am Mittwoch zu einem bundesweiten Warnstreik bei der Warenhauskette Karstadt Sports aufgerufen. 18 Häuser werden bestreikt. Betroffen sind auch drei Filialen in Berlin und Brandenburg. An den Standorten am Kranzler-Eck, im Boulevard Steglitz und in Wildau legen die Verdi-Mitglieder zwischen 7 und 21 Uhr die Arbeit nieder, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit.

Einschränkungen bei den Öffnungszeiten der Häuser gebe es durch den Streik aber nicht, sagte eine Sprecherin von Karstadt der Berliner Morgenpost. „Alle Karstadt-Sports-Häuser haben am Mittwoch uneingeschränkt geöffnet“, so die Sprecherin.

Warnstreik soll Druck auf Eigentümer erhöhen

Karstadt Sports gehört wie die Warenhäuser Karstadt und Galeria Kaufhof zur neuen Holding „Galeria Karstadt Kaufhof“. 50,1 Prozent der Anteile an dem Konzern hält der österreichische Immobilien-Unternehmer René Benko, der Rest gehört der kanadischen Immobiliengruppe Hudson´s Bay Company. Benko hatte allein für die Sanierung von Karstadt ein Investitionsvolumen von 300 Millionen Euro avisiert. Jetzt sei es Zeit, auch in die Beschäftigten zu investieren, sagt Verdi.

„Arbeitsplatzsicherung heißt auch, von seinem Einkommen leben zu können. Wer genug Geld hat, um Kaufhof zu erwerben, muss auch genug Geld haben für die tarifliche Bezahlung seiner Mitarbeiter. Sie müssen mit ihrem Einkommen auch auskommen können“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Conny Weißbach.

Die Karstadt-Sports-Beschäftigten verlören nach sechs Jahren ohne Lohnerhöhung allmählich die Geduld, beklagte Weißbach. Der Warnstreik am Mittwoch solle den Druck auf René Benko erhöhen.

Verdi will Rückkehr in den Tarifvertrag

Verdi fordert unter anderem den Abschluss eines Zukunftstarifvertrags mit Regelungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung. Zudem soll Karstadt Sports endlich die ausgehandelten Flächentarifverträge anerkennen. Nur so könnten die Einkommen der Beschäftigten der Karstadt Sports kontinuierlich erhöht und gesichert werden.

Durch den Austritt aus der Tarifbindung im Jahr 2013 hatten die deutschlandweit 1200 Beschäftigten von Karstadt-Sports in den vergangenen sechs Jahren laut Verdi massive Lohneinbußen hinnehmen müssen. „Allein in Berlin-Brandenburg hat eine Verkäuferin monatlich 326 Euro weniger im Portemonnaie, als in einem tarifgebundenen Unternehmen des Einzelhandels“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Weißbach.