Staatsanwalt

Senioren betrogen - Anklage gegen zwei Bandenmitglieder

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft den beiden 26-Jährigen gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Banden- und Computerbetrug sowie Amtsanmaßung vor

Ein Justitia (Symbolfoto).

Ein Justitia (Symbolfoto).

Foto: Britta Pedersen / dpa

Berlin.  Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat gegen Burat K. und Can C. Anklage erhoben. Sie sollen als falsche Polizisten und falsche Staatsanwälte mehr als 180.000 Euro ergaunert haben. Bis zur Verhandlung gegen die beiden 26-Jährigen werden allerdings noch einige Monate vergehen.

Anrufe aus ausländischen Call-Centern mit gefälschten Telefonnummern

Vor einer Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin werden sie sich wegen gemeinschaftlichen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs, Computerbetrugs und Anmaßung verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, Mitglieder einer Bande zu sein, die bei überwiegend älteren Menschen angerufen und die Geschädigten mit falschen Angaben betrügerisch zur Übergabe von Geld und Wertgegenständen gebracht haben soll. Die Anrufe kamen laut Staatsanwaltschaft von Call-Centern aus dem Ausland. Dabei sollen sie mit manipulierten Telefonnummern gearbeitet haben, so dass bei ihren Opfern eine falsche und unverdächtige Telefonnummer angezeigt wurde.

Wertgegenstände im Fahrstuhl hinterlegt und aus dem Fenster gereicht

Die Anrufer sollen sich demnach als Polizeibeamte oder in Einzelfällen als Staatsanwälte ausgegeben haben. In den Gesprächen am Telefon hätten sie die Geschädigten durch die Warnung von Diebes- und Räuberbanden verängstigt. Mit Anweisungen am Telefon sollen sie dann die Senioren dazu gebracht haben, Bargeld, EC-Karten nebst PIN sowie Wertgegenstände in die Obhut der „Polizei“ zu geben. Das hatte zur Folge, dass die Opfer etwa an Briefkästen, einem Pkw-Kofferraum oder in einem Fahrstuhl die wertvollen Sachen abgelegt hatten, wo die Bande die Sachen dann abholte. In einem Fall wurde die Beute auch aus einem Fenster gereicht.

Abholer erbeuten mehr als 180.000 Euro

Innerhalb dieser Bandenstruktur sollen die beiden Männer als „Abholer“ gearbeitet haben. Sie waren es, die die hinterlegten Dinge an den Ablageorten abgeholt hatten. Die Ermittler konnten den beiden Angeschuldigten einen Gesamtschaden in Höhe von mehr als 180.000 Euro zuordnen. Die Ermittlungen zu weiteren Straftaten sowie den übrigen Bandenmitgliedern dauern an. Burak K. und Can C. sitzen seit ihrer Festnahme am 10. Januar 2019 in Untersuchungshaft.