Feuer nach Bauarbeiten

Auch Deutscher Dom und Philharmonie brannten schon

Berlin blickt nach Paris: Dort brannte die Kathedrale Notre-Dame. Auch in Berlin gab es bereits Großbrände wegen Bauarbeiten.

Lodernde Flammen und dicke Rauchschwaden dringen aus der Kuppel des Deutschen Doms am Gendarmenmarkt. Bis zu 120 Feuerwehrleute kämpften vom Nachmittag bis in die Nachtstunden des 26. Oktober darum, den Brand in dem historischen Gebäude unter Kontrolle zu bekommen.

Lodernde Flammen und dicke Rauchschwaden dringen aus der Kuppel des Deutschen Doms am Gendarmenmarkt. Bis zu 120 Feuerwehrleute kämpften vom Nachmittag bis in die Nachtstunden des 26. Oktober darum, den Brand in dem historischen Gebäude unter Kontrolle zu bekommen.

Foto: Peer Grimm / picture-alliance/ ZB

Berlin blickt schockiert in seine Partnerstadt Paris: Dort brannte in der Nacht von Montag auf Dienstag die weltberühmte Kathedrale Notre-Dame. Das Feuer war auch am Morgen noch nicht vollständig gelöscht, aber unter Kontrolle. Teile der Kirche stürzten in Folge des Brandes ein. Das volle Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht zu ermessen. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen und geht derzeit von einem Unfall bei Bauarbeiten aus.

Auch in Berlin gab es in der Vergangenheit immer wieder verheerende Brandkatastrophen an berühmten Gebäuden im Zuge von Bauarbeiten.

Der Berliner Dom brennt

Am 26. Oktober 1994 brannte beispielsweise die Kuppel des Deutschen Doms am Gendarmenmarkt. Die Kirche wurde damals saniert, das Feuer brach bei Dachdeckerarbeiten am Fuß der Kuppel aus und fraß sich unter dem Kupferblech in die Höhe. Ursache für das Feuer waren Arbeiten von Dachdeckern am Flachdach unterhalb der Kuppel. Die Feuerwehr kämpfte damals mehrere Stunden lang gegen die Flammen. Am Ende waren die Löscharbeiten der Feuerwehr aber erfolgreich: Die Kuppel stürzte nicht ein.

Feuer in der Philharmonie

20. Mai 2008: Gegen 14 Uhr zog plötzlich weithin sichtbar dichter Qualm über den Potsdamer Platz und den Tiergarten. Die Berliner Philharmonie stand in Flammen. Bald darauf versammelten sich Hunderte Schaulustige rund um den inzwischen von der Polizei abgesperrten Brandort, um das Geschehen zu verfolgen.

Die Feuerwehr kämpfte, um den Brandherd einzugrenzen und die wertvollen Instrumente zu retten. Das Feuer war in einem unzugänglichen Teil des Daches ausgebrochen und hatte sich auf 1600 Quadratmeter Fläche ausgebreitet. Als Ursache des Schwelbrandes wurde Fahrlässigkeit bei Schweißarbeiten im Zuge von Instandhaltungsmaßnahmen ausgemacht. Glück im Unglück: Weder Instrumente, noch der Konzertsaal wurden beschädigt.

Brand nach Zündelei in St. Canisius-Kirche

Besonders tragisch war 1995 der Brand der katholischen St. Canisius-Kirche an der Charlottenburger Witzlebenstraße: Jugendliche zündelten hier, ein verheerender Brand brach aus, die Flammen zerstörten den gesamten Kirchenraum. Bei den Löscharbeiten wurden mehrere Feuerwehrleute verletzt, einer von ihnen sogar schwer. Die Kirche war nach dem Feuer nicht mehr zu retten – sie musste abgerissen werden.

Häufige Brandursache: Technischer Defekt

Doch nicht nur Bauarbeiten sind Ursachen für Großbrände in Berlin. Als 2016 das Europa-Center auf dem Breitscheidplatz in Charlottenburg brannte, war die Ursache wohl ein technischer Defekt. Mehr als 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz, der Brand konnte erst nach mehreren Stunden gelöscht werden.

2013 brannte der Festsaal Kreuzberg komplett aus. Auch hier war die Brandursache ein technischer Defekt. Das Feuer breitete sich in dem Tanzclub an der Skalitzer Straße schnell auf das gesamte Gebäude aus.

Wegen der extremen Hitze von bis zu 400 Grad im Gebäude konnten sich die zeitweise 90 Feuerwehrmänner immer nur für kurze Zeit in das Gebäude wagen, um einen Lösch-Automaten zu postieren. Da das Gebäude kaum Fenster und Zugänge hat, staute sich die Hitze extrem. Die Rauchgase konnten kaum abziehen. Die Folge: Totalschaden. Erst 2016 eröffnete der Festsaal erneut – in Treptow. Das alte Gebäude konnte nicht mehr genutzt werden.