Nach Chaos-Wochenende

Urlaubsstart mit Hindernissen

Nachdem Passagiere am Wochenende wegen des Andrangs ihre Flüge verpassten, ging es am Montag erneut schleppend voran.

Montagvormittag am Flughafen Tegel: Es hat sich bereits eine erhebliche Warteschlange gebildet.  

Montagvormittag am Flughafen Tegel: Es hat sich bereits eine erhebliche Warteschlange gebildet.  

Foto: Martin Nejezchleba

Auch am Montagmorgen bildeten sich lange Warteschlangen am Flughafen Tegel (TXL). Es habe wie bereits in den Tagen zuvor ein erhöhtes Passagieraufkommen gegeben, sagte ein Sprecher der Flughafengesellschaft. Zu Störungen des Flugverkehrs sei es jedoch nicht gekommen.

Vor allem in Terminal C mussten Passagiere mit längeren Wartezeiten rechnen. Um kurz nach 9 Uhr reihten sich die Fluggäste von Easyjet und anderer Fluggesellschaften bereits einmal längs durch das Terminalgebäude. Gegen Mittag reichte die Schlange dann kurzzeitig bis vor die Wellblechhalle, wo der stark frequentierte Terminal C untergebracht ist. Dabei kam es teils zu heftigem Gedränge zwischen abfliegenden und angekommenen Passagieren.

Michael Kienast hatte alles richtig gemacht. Er wollte mit seinen zwei Kindern um 11.30 Uhr in den Osterurlaub nach Alicante in Spanien fliegen. Zum Flughafen kam er mehr als zwei Stunden vor Abflug. „Man kennt das ja mit den Warteschlangen in Tegel“, sagte Kienast. Besonders erfreut war er über die lange Schlange nicht. Aber: „Kein Grund für Stress“, sagte der Familienvater.

Andere Fluggäste waren auch wegen der Sperrung des Flughafentunnels auf der A111 besonders früh losgefahren. Da die Umfahrung zumindest in den frühen Morgenstunden noch ohne größere Komplikationen verlief, hatten sie genügend Zeit für die Warteschlange im Terminal C. Zwischenzeitlich dauerte es dort rund 40 Minuten bis zur Gepäckabgabe. In Terminal A war die Lage am Montagmorgen entspannt.

Der Flughafentunnel wird noch bis Donnerstag stadteinwärts gesperrt sein. Die Folgen waren vor allem am Saatwinkler Damm zu spüren. Hier ging es in Richtung Airport zeitweise nur im Schritttempo voran. Viele BVG-Busse der Linie TXL (Flughafen – Alexanderplatz) verzeichneten bis zu 25 Minuten Verspätung. Im Laufe des Nachmittag entspannte sich die Situation dann merklich.

Tegels Ruf als Flughafen der kurzen Wartezeiten leidet

Bereits am Wochenende war es in Tegel zu erheblichen Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen gekommen, sodass einige Reisende ihre Flüge verpassten. Ein Flughafensprecher beteuerte am Montag rückblickend, dass es anders, als vielfach berichtet, kein Chaos in Tegel gegeben habe. „Es gab am Flughafen keine besonderen strukturellen Probleme“, so der Sprecher.

Tegel galt bisher als Flughafen der kurzen Wartezeiten. Ein Grund dafür: Wer an dem Flughafen von den Terminals A und B abflog, musste mit Handgepäck meist nur 30 bis 45 Minuten vor dem Flug da sein. Die Sicherheitsbereiche, die für jeweils zwei Gates galten, wurden ohnehin kaum früher als 90 Minuten vor dem Start geöffnet. An den Terminals C und D sind die Gegebenheiten anders, die Sicherheitsbereiche versorgen mehrere Gates und müssen ein höheres Aufkommen an Passagieren bewältigen. Diese Bereiche waren am Wochenende überlastet. Die Flughäfen Tegel und Schönefeld müssen seit Jahren deutlich oberhalb ihrer geplanten Kapazitäten arbeiten, weil die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER nach wie vor nicht erfolgt ist.