Veranstaltung

Nominierten-Treffen: Der Countdown für den Filmpreis läuft

Vor der Lola-Verleihung in drei Wochen treffen sich die Nominierten zum traditionellen Empfang am Kurfürstendamm.

Nominiertenabend Deutscher Filmpreis am 13.04.2019 in Berlin Jannis Niewöhner, Emilia Schüle und Kostja Ullmann als offizielle Botschafter des Deutschen Filmpreis

Nominiertenabend Deutscher Filmpreis am 13.04.2019 in Berlin Jannis Niewöhner, Emilia Schüle und Kostja Ullmann als offizielle Botschafter des Deutschen Filmpreis

Foto: Maurizio Gambarini

„Hallo, ich bin hier der Neue. Der Uli Matthes.“ So bescheiden begrüßte der Schauspieler und Präsident der Deutschen Filmakademie, der im Februar in dieser Rolle die Nachfolge von Iris Berben angetreten hat, am Sonnabendabend die Gäste beim traditionellen Nominiertenabend drei Wochen vor der 69. Lola-Verleihung. Um ihn solle es schließlich nicht gehen, so Matthes, sondern um alle potenziellen Preisträger. „Heute ist ein Abend für Gewinner“, sagte der 59-Jährige. Das sei am 3. Mai im Palais am Funkturm zugegebenermaßen ein bisschen anders.

Während bei der Gala die gesamte deutsche Filmbranche versammelt ist, um zwischen rotem Teppich am Nachmittag und Aftershowparty in der Nacht stundenlang in einem Fernsehstudio auszuharren, geht es bei dem Vorabempfang im BMW-Haus am Kurfürstendamm für die Beteiligten entspannter zu. Die Aufregung vor der Entscheidung ist noch in weiter Ferne, ebenso wie eine mögliche Enttäuschung, die es gilt, im Angesicht der Kameras so gut wie möglich zu verbergen.

Gänzlich ungerührt von solcher Ungewissheit kann sich Autorin, Regisseurin und Schauspielerin Margarethe von Trotta auf beide Abende freuen. Die 77-jährige Berlinerin steht bereits als Empfängerin des Ehrenpreises für herausragende Verdienste um den deutschen Film fest. „Margarethe von Trotta hat in einer Zeit, in der Frauen das Regieführen kaum zugetraut wurde, gesagt: Ich kann das! Schon dafür gebührt ihr Ruhm und Ehre. Und sie konnte es – und hat uns in all den Jahren ein paar der intensivsten Frauenfiguren des deutschen Kinos geschenkt. Glückwunsch von Herzen!“, so Ulrich Matthes zu der Entscheidung. Am Sonnabend bekam sie von ihren Kollegen dafür schon einmal Standing Ovations.

Als Favorit geht in diesem Jahr der biografische Musikfilm „Gundermann“ über den Liedermacher Gerhard Gundermann mit insgesamt zehn Nominierungen ins Rennen. Unter anderem für den Besten Spielfilm, Andreas Dresen für die Beste Regie, Alexander Scheer für die Beste männliche Hauptrolle und Eva Weißenborn für die Beste weibliche Nebenrolle.

Die Rolle als Botschafter des Deutschen Filmpreises haben in diesem Jahr die Jungschauspieler Emilia Schüle, Jannis Niewöhner und Kostja Ullmann übernommen. Vor dem Empfang am Abend hatte die drei bereits einen Interview- und Shootingmarathon im Hotel „Sofitel Berlin Kurfürstendamm“ hinter sich. „Wir möchten in unserer Rolle vor allem junge Leute, die man über die sozialen Medien erreicht, auf gute deutsche Filme aufmerksam machen“, so Niewöhner. Bei einem Treffen mit Zuschauern am Nachmittag sei er über das positive Feed überrascht gewesen. „Wenn man die vielen negativen Kommentare unter Trailern bei YouTube liest, bekommt man einen ganz anderen Eindruck.“

Über ein Treffen mit „Rocca verändert die Welt“-Hauptdarstellerin Luna Maxeiner freute sich besonders Gastgeber Hans-Reiner Schröder, Direktor BMW Berlin. Zum Geburtstag seiner Tochter sei er kürzlich mit deren Schulklasse im Kino gewesen. „Sie war heute sehr neidisch auf mich.“