Freizeit

Berliner Freibäder bekommen mehr Rettungsschwimmer

Die Bäderbetriebe stocken ihr Personal zur Sommersaison um 25 Stellen auf. Vier Bäder öffnen bereits im April.

Ein Rettungsschwimmer springt während einer Übung in das Wasser. (Symbolbild)

Ein Rettungsschwimmer springt während einer Übung in das Wasser. (Symbolbild)

Foto: Patrick Pleul / picture-alliance/ ZB

Berlin. Die Hitzewelle kann kommen. Die Berliner Bäderbetriebe haben ihr Personal rechtzeitig aufgestockt. 2019 seien 25 zusätzliche Stellen eingerichtet und besetzt worden, sagt Vorstandsmitglied Annette Siering am Freitag bei einem Gespräch zum bevorstehenden Saisonstart.

Mit Lehrgängen können sich Rettungsschwimmer qualifizieren

„Es sind vor allem Rettungsschwimmer.“ Fachangestellte für Bäderbetriebe, die Bademeister, seien Mangelware, so Siering. „Wir sind darauf angewiesen, mit unserer eigenen Ausbildung den Bedarf zu decken.“ Es gebe interne Lehrgänge, mit den sich die Rettungsschwimmer qualifizieren könnten. Seit 2016 sei der Badbetrieb um rund 65 Stellen verstärkt worden. „Die Ausfallzeiten wegen Personalengpässen haben deutlich abgenommen“, so Siering. „Wir arbeiten weiterhin auch mit Leiharbeitsfirmen. In Spitzenzeiten unterstützen sie uns.“ Zudem seien immer zwei oder drei Bäder im Verbund und könnten sich bei Bedarf gegenseitig unterstützen, so die Bäder-Finanzchefin.

„Ohne diese Flexibilität des Personals hätten wir es 2018 nicht geschafft, die Öffnungszeiten an schönen Tagen zu verlängern“, sagt Sport-Staatssekretär Aleksander Dzembritzki (SPD). Er setze darauf, dass das auch 2019 gelingen werde. 2018 habe es fünf Prozent mehr Öffnungszeit gegeben als ursprünglich geplant, so Annette Siering. Bäder seien bis 19 oder 20 Uhr offen geblieben.

6,7 Millionen Besucher kamen im Jahr 2018

Der lange heiße Sommer 2018 bescherte den Bäderbetrieben 6,7 Millionen Besucher, gut eine Million mehr als 2017. Man wolle 2019 noch mehr Gäste anlocken, sagte Sport-Staatssekretär Dzembritzki am Freitag. „Nicht nur die Freibäder, auch die Hallenbäder sollen mit Attraktionen für Familien aufwarten, wie Gummitiere und Wasserburgen.“ Zum Besucheransturm soll auch die Sommer-Mehrfachkarte beitragen, die 20 mal den Eintritt ermöglicht. Wer sie bis 30. April kauft, zahlt 60 Euro. Ab 1. Mai kostet sie 70 Euro. Die Karte ist übertragbar. Mit ihr könne man sofort das Bad betreten, ohne sich anstellen zu müssen, so Dzembritzki.

Einige Bäder öffnen schon im April

Vier besonders beliebte Bäder öffnen bereits in diesem Monat. Saisonstart ist am 19. April im Strandbad Wannsee und im Sommerbad Wilmersdorf. Am gleichen Tag werde im Kreuzberger Prinzenbad das Edelstahlbecken öffnen, so Siering. An den anderen Becken sind noch Fliesenreparaturen notwendig, die sich wegen der kalten Temperaturen verzögern. Am 27. April geht das Sommerbad im Olympiastadion an den Start, ab 1. Mai die Kombibäder Spandau-Süd und Seestraße, außerdem neun Strandbäder. Das Sommerbad in Neukölln wird erst Ende Mai öffnen. Die Verzögerung sei darin begründet, dass das Bad nur Fliesenbecken habe, an denen noch Arbeiten durchzuführen seien, so Siering.

Mehr Geld steht für die geplanten Multifunktionsbäder in Pankow und Mariendorf zur Verfügung. Das Abgeordnetenhaus habe zusätzlich 25 Millionen Euro aus dem Siwana-Fonds bewilligt, teilte Dzembritzki mit. Bislang waren 60 Millionen Euro zugesagt. Dank der höheren Summe könne in Pankow ein zweites 25-Meter-Becken angelegt werden. So könnten Schulschwimmen und öffentliches Schwimmen gleichzeitig stattfinden. Das Multifunktionsbad in Mariendorf soll Ende 2024 öffnen, das in Pankow ein Jahr später.